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Nadine Angerer bei einem Spiel in der australischen Liga
Nadine Angerer will nicht mit Mario Götze tauschen © Getty Images

Nationaltorhüterin Nadine Angerer hat eine Rückkehr in die Bundesliga ausgeschlossen.

"Ich könnte in Deutschland nicht mehr jede Woche in einen Bus einsteigen und stundenlang von A nach B fahren. Das habe ich lange genug gemacht und echt satt", sagte die 36-jährige Angerer vom US-Klub Portland Thorns im Interview mit der Bild am Sonntag.

Die zweimalige Welt- und fünfmalige Europameisterin hätte auch keine Lust, mit Stars wie Mario Götze oder Marco Reus zu tauschen.

"Die Welt, in der sie leben, ist mir zu krass." Die Jungs müssten um ihr Haus Mauern bauen, "und jetzt fliegen noch Drohnen drüber, um sie zu beobachten", meinte Angerer, die jüngst ihre Autobiografie "Im richtigen Moment - Meine Story" veröffentlicht hatte.

Größten Respekt hat "Natze" vor Weltfußballer Cristiano Ronaldo, den sie bei der FIFA-Gala im Januar in Zürich getroffen hat.

"Es klingt verrückt, aber er war fast schüchtern. So gar nicht machomäßig oder arrogant, wie er oft dargestellt wird", beschrieb Angerer den Star von Real Madrid und fügte an: "Das hat mir wieder klargemacht, wie falsch es ist, Menschen aus der Ferne beurteilen zu wollen."

Angerer selbst kann sich vorstellen, ihre Freundin Magda zu heiraten. "Ich möchte auf jeden Fall eine eigene Familie gründen.

Das ist ein Traum", sagte die ehemalige Keeperin des 1. FFC Frankfurt und von Turbine Potsdam, die die Trainingsbedingungen in Portland als perfekt ansieht: "Da wird alles bereitgestellt: Badelatschen, Handtücher, sogar Tampons."

Angerer gönnt sich auch immer mal wieder Auszeiten. Sie brauche dann einen anderen Input: "Kunst, Musik, Tauchen. Ich lasse das Training auch mal schleifen, um dann wieder hochzufahren", berichtete die Nationalmannschaft-Kapitänin mit der bunten Vita, die bereits bei Vereinen in Schweden, Australien und den USA unter Vertrag stand.

Ihre Perspektive auf ihre Heimat hat sich dadurch verändert.

"In Deutschland vergessen die Menschen leider zu oft, in der Gegenwart zu leben", meinte Angerer: "Sie hetzen von A nach B, um schnell bei C zu sein, und kaum sind sie da, geht es nur um D und E."

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