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Football Coach Congress Lutz Hangartner
Für Lutz Hangartner ist die Nominierung von Steffi Jones "völlig in Ordnung" © Getty Images

Der Bund Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) sieht in der bevorstehenden Installierung von Steffi Jones als Trainerin der Frauen-Nationalmannschaft kein Problem.

"Es ist sicher eine mutige Entscheidung, eine Novizin mit dem höchsten Trainer-Amt im Frauenfußball zu betrauen", sagte BDFL-Präsident Lutz Hangartner: "Aber da Steffi Jones eine Trainer-Lizenz hat, ist sie für uns völlig in Ordnung."

"Als der DFB einst die 'Franz-Beckenbauer-Regelung' getroffen hat, hat der BDFL öffentlich geäußert, dass er das nicht gut findet", erklärte Hangartner: "Aber dieser Fall liegt anders."

Beckenbauer war 1984 zum Teamchef ernannt worden, ohne zuvor die Ausbildung zum Fußball-Lehrer absolviert zu haben.

Die jetzige DFB-Direktorin Jones, die bisher noch keine Trainerstation vorweisen kann, wird bei der Nationalmannschaft im September 2016 Nachfolgerin von Silvia Neid.

Bernd Schröder, Trainer des Bundesligisten Turbine Potsdam, hatte die Ernennung heftig kritisiert.

"Herr Schröder ist jemand, der sein Herz auf der Zunge trägt. Er hat sicher auch Argumente, die man respektieren muss, aber man muss nicht immer alte Haudegen installieren", meinte Hangartner: "Viele Bundesligisten haben unerfahrenen Trainern aus dem eigenen Stall eine Chance gegeben. Oft ging es gut, warum also nicht auch hier?"

Schröder hatte im Tagesspiegel erklärt, der DFB habe sich "eine Erlebniswelt konstruiert und kommt da nicht mehr raus.

Bei dieser Personalie gab es dort eine völlig andere Wahrnehmung als die, die wir Klubtrainer haben.

Man hätte mal vier, fünf Sätze drüber reden können". Die Bundestrainerin müsse "im deutschen Fußball das System vorgeben, die Richtung, die Linie, auch für die Klubs. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer von uns gefragt wurde und dann die Steffi genannt hat."

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