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Melanie Leupolz, Nadine Angerer und Laura Benkarth (v. l. n. r.) sind amüsiert
Melanie Leupolz, Nadine Angerer und Laura Benkarth (v. l. n. r.) sind amüsiert © Getty Images

München - Die DFB-Spielerinnen müssen vor der WM der FIFA beweisen, dass sie auch wirklich Frauen sind. Der DFB reagiert gelassen, das Team amüsiert.

Alle Fußballerinnen, die an der Frauen-WM in Kanada (6. Juni bis 5. Juli) teilnehmen, müssen laut einer Vorgabe der FIFA nachweisen, dass sie auch tatsächlich Frauen sind.

So geschehen auch mit der deutschen Nationalmannschaft: Die Spielerinnen von Bundestrainerin Silvia Neid mussten laut der Bild-Zeitung spätestens bis zum abschließenden Trainingslager in der Schweiz offiziell bestätigen lassen, dass sie auch tatsächlich Frauen sind.

"Es ist richtig, diese Vorgabe gibt es. Die Fifa wird ihre Gründe dafür haben. Wir haben das gelassen zur Kenntnis genommen und sind froh bestätigen zu können: Unsere Spielerinnen sind alle weiblichen Geschlechts", sagte DFB-Managerin Doris Fitschen der Bild.

Hintergrund sind offenbar die vor der WM 2011 aufgekommenen Verdächtigungen gegen Spielerinnen aus Äquatorialguinea, sie seien Männer. Aber es gibt auch ein Reglement beim Weltverband aus dem Jahr 2011, das auf Chancengleichheit abzielt.

"FIFA-Wettbewerbe werden für bestimmte Gruppen ausgerichtet, die sich durch Alter und Geschlecht definieren, um gleiche Bedingungen auf dem Platz für alle Spieler zu gewährleisten. Androgene wirken sich leistungssteigernd auf Stärke, Kraft und Schnelligkeit aus, was im Fussball einen Vorteil bedeuten kann, der mit über den Ausgang eines Spiels entscheidet. Im Hinblick auf die Integrität des Fussballs muss gewährleistet sein, dass die Spieler die jeweiligen Teilnahmekriterien erfüllen. Es fällt in die Verantwortung der Mitgliedsverbände und der Mannschaftsärzte, das Geschlecht ihrer Spieler sicherzustellen", heißt es auf der offiziellen Seite der FIFA.

Diese Vorschrift gilt für sämtliche FIFA-Wettbewerbe, entsprechend könnten auch die Männer zum Geschlechtertest gebeten werden. Auch das International Olympische Komitee (IOC) hat eine solche Order eingeführt. 

Beim Nachweis reicht es der FIFA, wenn der Mannschaftsarzt das Geschlecht bestätigt. Dazu reichen etwa Dokumente wie Geschlechtshormonspiegel, Krankengeschichte, Behandlung und aktuelle Befunde. Sollten dennoch Zweifel bestehen, wird unabhängiger Gutachter bestellt.

Obwohl eine Erklärung des Teamarztes ausgereicht hätte, ließ sich der DFB das Geschlecht von den privaten Frauenärzten aller an der WM teilnehmenden Spielerinnen bescheinigen.

Nationalspielerin Lena Gößling nahm es gelassen: "Wir haben uns alle sehr über den Test amüsiert und das Ganze nicht so ernst genommen."

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