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Germany Training & Press Conference - FIFA Women's World Cup 2015
Alexandra Popp bei der Pessekonferenz im Rahmen der Frauen-WM in Montreal, © Getty Images

Montreal - Bei der Frauen-Fussball WM treffen die deutschen Damen im Viertelfinale am Freitag auf Frankreich. Vor dem Spiel hat SPORT1 exklusiv mit Stürmerin Akexandra Popp gesprochen

Es ist das vorweggenommene Finale der Frauen-WM: Am Freitag duellieren sich Deutschland und Frankreich in Montreal bereits im Viertelfinale (22 Uhr MESZ im LIVETICKER).

Alexandra Popp, Deutschlands Fußballerin des Jahres, erklärt, auf was es jetzt ankommt. Und warum diese Mannschaft besser ist als die von der Heim-WM 2011. Die 24-Jährige spielt beim VfL Wolfsburg und ist bei Bundestrainerin Silvia Neid auf der linken Angriffsseite gesetzt.

SPORT1: Das Viertelfinale einer Frauen-WM steht an: Viele denken sich gleich, da war doch mal was. Nämlich das Ausscheiden 2011 im Viertelfinale gegen Japan. Jetzt wirkt die Mannschaft mental stärker, intern gefestigter und fußballerisch besser. Ist das auch Ihr Eindruck?

Alexandra Popp: Ja, es sind all diese Komponenten. Es ist wirklich der gute Mix dieser Mannschaft, der super harmoniert. Wir lachen viel, haben enorm Spaß, aber sind total ernsthaft, wenn es um diese WM geht. Wir sind total überzeugt davon, dass wir auch in der 89. Minute noch als Sieger vom Platz gehen können. Wir wollen uns in dieses Spiel über den Kampf reinfuchsen. Wir haben eine enorme spielerische Qualität, und wenn wir wechseln, dann ohne Qualitätsverlust.

SPORT1: Was kommt gegen Frankreich auf ihr Team zu?

Popp: Das wird kein einfaches Spiel, ein richtig harter Kampf. Frankreich hat sich sehr gut entwickelt, das ist eine spielerisch hochkarätige Mannschaft.

SPORT1: Der Gegner bietet in seiner Stammelf nur Spielerinnen von Olympique Lyon und Paris St. Germain auf. Sie haben mit dem VfL Wolfsburg im Champions-League-Halbfinale verloren. Was lief da schief?

Popp: Vor allem im Hinspiel hat uns die Aggressivität gefehlt. Wir müssen zeigen, dass wir von Anfang an die Chefs auf dem Platz sind. Dann können wir diese Aufgabe sehr gut packen.

SPORT1: Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat schon 19 Tore erzielt, je fünf alleine Anja Mittag und Celia Sasic. Sie haben erst eines erzielt und einige Chancen vergeben. Ärgert Sie das?

Popp: Eines ist besser als keines. Aber klar ärgere ich mich, dass ich einige Chancen liegengelassen habe. Aber Anja und Celia machen das gerade überragend. Ich hoffe einfach, dass ich die eine oder andere Möglichkeit noch bekomme. Vielleicht klappt es jetzt schon im Viertelfinale.

Germany v Sweden: Round of 16 - FIFA Women's World Cup 2015
OTTAWA, ON - JUNE 20: Alexandra Popp #18 and Simone Laudehr #6 feiern den deutschen Sieg im WM-Achtelfinale. © Getty Images

SPORT1: Wie pflegen Sie aus Kanada den Bezug in die Heimat?

Popp: Ich schreibe fast jeden Tag meinem Bruder oder meiner Mutter. Ich will ja auch wissen, wie es Zuhause aussieht. Auch mit meinem Trainer Ralf Kellermann oder einer Mitspielerin wie Anna Blässe tausche ich mich ab und an aus.

SPORT1: Montreal ist französischsprachig und besticht durch seinen frankophonen Charakter. Der Gegner fühlt sich dort wie zuhause. Ist das ein Nachteil?

Popp: Man könnte fast denken, dass man in Frankreich und nicht in Kanada ist. Aber selbst wenn jetzt im Stadion nur gegnerische Fans sind: Die meisten Spielerinnen haben gute Erinnerungen an die EM 2013, als gegen den Gastgeber Schweden im Halbfinale gewonnen wurde. Wenn jetzt wieder das ganze Stadion gegen uns ist, sehe ich das cool. Ich sage mir da immer: "Et kütt wie et kütt".

SPORT1: Sie wohnen mit den französischen Fußballerinnen im selben Teamhotel. Wie kann man sich das vorstellen?

Popp: Wir trinken zusammen einen an der Bar … (lacht) Quatsch! Man begegnet sich mit dem nötigen Respekt. Und ehrlich gesagt: Ich habe die Französinnen eigentlich nur gesehen, als wir am freien Nachmittag in der Innenstadt waren. Ich empfinde das nicht als Drama.

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