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Brazil v Spain: Group E - FIFA Women's World Cup 2015
Ignacio Quereda ist seit 1988 Trainer der spanischen Frauen-Auswahl © Getty Images

Nach dem WM-Aus der spanischen Frauen packen Ex-Spielerinnen über die Regentschaft ihres Trainers Ingnacio Quereda aus. Sie berichten von Beleidigungen und Kontrollzwang.

Nach dem frühen Aus der spanischen Auswahl bei der FIFA-WM der Frauen wird die Kritik an Trainer Ignacio Quereda immer lauter.

Der Coach, der schon seit 27 Jahren im Amt ist, soll einem Bericht der Marca zufolge eine regelrechte Schreckensregentschaft geführt haben.

"Ich habe gesehen, dass Spielerinnen die Auswahl verlassen haben, weil er sie 'pummelig' genannt hatte. Der Umgangston war oft herabwürdigend und überstieg in vielen Momenten das Limit des Akzeptablen", berichtet Mar Prieto, die 1997 bei der Europameisterschaft im Kader der Iberer stand.

Quereda soll sich immer wieder Infos über das Privatleben seiner Spielerinnen besorgt haben und unter einem ausgeprägten Kontrollzwang leiden.

"Er bestimmt, wer von uns zu welcher Zeit mit den Medien sprechen darf. Mehrmals hatte er sich mit uns getroffen um uns zu erzählen, was wir sagen dürfen und was nicht", beklagt Marta Corredera, die bisher neun Länderspiele gemacht hat.

Auch der Vorwurf der Frauenfeindlichkeit hält sich weiterhin hartnäckig. So schreibt die Marca, dass Quereda dabei gehört worden sei, wie er fragte: "Wer benimmt sich wie eine Frau und stellt mir den Kaffee hin?"

Zuvor hatten seine 27 Spielerinnen bereits geschlossen den Rauswurf des Trainers gefordert. In einem offenen Brief warfen sie Quereda eine falsche Vorbereitung vor und forderten zudem mehr finanzielle Mittel und bessere Arbeitsbedingungen.

Quereda hatte im April, mehr als zwei Monate vor dem ersten Gruppenspiel, das letzte Testspiel angesetzt. Bei der ersten WM-Teilnahme überhaupt holte sein Team dann nur einen einzigen Punkt gegen Costa Rica und schied als Letzter der Gruppe E sang- und klanglos aus.

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