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Nadine Angerer
Für Nadine Angerer ist die WM in Kanada das letzte große Turnier © Getty Images

DFB-Spielführerin Nadine Angerer hat verärgert auf Kritik an Bundestrainerin Silvia Neid aus der Bundesliga reagiert. 

"Mich macht das richtig sauer. Es ist immer leicht, das von außen zu beurteilen. Aber wenn man keine Ahnung hat, muss man erst mal die Hintergründe kennen", sagte die Torhüterin auf der Pressekonferenz am Donnerstag in Edmonton.

"Wir haben fantastische Spiele abgeliefert und gegen eine starke US-Mannschaft verloren. Und wir wissen auch, dass der Großteil der Beobachter unsere Leistungen sehr objektiv sieht."

Nach der Halbfinal-Pleite der deutschen Mannschaft bei der WM-Endrunde in Kanada gegen die USA hatten Trainer Ralf Kellermann vom VfL Wolfsburg und sein englischer Kollege Colin Bell vom 1. FFC Frankfurt Neid in kritischen Situationen fehlende Flexibilität und mangelnde Führung attestiert.

"Nach dem 0:1 ging fast gar nichts mehr, es hat ein Plan B gefehlt", wies Bell in der Frankfurter Rundschau und anderen Medien auf aus seiner Sicht bestehende Parallelen zum Viertelfinal-K.o. des deutschen Teams bei der Heim-WM 2011 gegen den späteren Titelgewinner Japan hin.

Bell führte aus: "Ich habe den Matchplan nicht gesehen. Wenn sich ein Spiel in diese negative Richtung verändert, muss man personelle oder taktische Veränderungen vornehmen. Das ist im Endeffekt nicht geschehen. Nach dem 0:1 war noch lange zu spielen, dann muss ein Trainer noch zwei neue Leute bringen, Signale setzen, nach Lösungen suchen."

Die Erfolgscoaches Kellermann und Bell sorgen sich offenbar trotz Halbfinal-Teilnahme und erfolgter Olympia-Qualifikation um den Anschluss der deutschen Nationalmannschaft zur Weltspitze.

Laut Ralf Kellermann fänden Teams wie die USA, Japan und auch Deutschlands starker Viertelfinalgegner Frankreich (5:4 im Elfmeterschießen) "immer spielerische Lösungen und agieren sehr viel variabler und flexibler. Das hat mir bei der deutschen Mannschaft das ganze Turnier über doch etwas gefehlt".

Zwei Tage vor dem Spiel der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Samstag in Edmonton gegen England um Platz drei sieht auch Bell Hinweise auf Stagnation in Neids Team: "Die deutsche Mannschaft muss die Entwicklung vorgeben und nicht wie jetzt hinterherlaufen", sagte der 53 Jahre alte Ex-Profi: "Die deutsche Mannschaft ist nicht selbst aktiv gewesen, sie hat nur reagiert statt agiert." 

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