Video

Der deutsche Meister Bayern München ist überraschend gegen Twente Enschede in der Champions League der Frauen gescheitert. "Die Enttäuschung ist riesig", sagt die Kpitänin.

Abgekämpft, mit hängenden Köpfen und durchnässt vom Dauerregen schlichen die Fußball-Frauen von FC Bayern vom Rasen des Grünwalder Stadions.

"Ich kann das noch gar nicht fassen, dass wir aus der Königsklasse raus sind", sagte Melanie Leupolz mit brüchiger Stimme ins BR-Mikrofon. Auch die erfahrene Kapitänin Melanie Behringer war fassungslos: "Die Enttäuschung ist riesig. Aber man kann niemanden einen Vorwurf machen, denn der Wille war da." 

Viel zu schnell war das internationale Intermezzo des ambitionierten deutschen Meisters in der Champions League beendet. Das 2:2 im Rückspiel der Runde der besten 32 gegen Twente Enschede war nach dem 1:1 der Vorwoche aufgrund der Europapokal-Arithmetik nicht genug für den Einzug ins Achtelfinale.

Als Hauptursachen für den enttäuschend frühen K.o. machte Trainer Thomas Wörle "mangelnde Erfahrung" und ein halbes Dutzend verletzte Spielerinnen - darunter Top-Transfer Veronica Boquete (Spanien) - aus.

"Einfach nur bitter"

"Es ist einfach nur bitter. Das Krasse ist, dass wir beide Spiele dominiert haben, und trotzdem nicht in die nächste Runde kommen", sagte der 33-Jährige mit heiserer Stimme.

157 Tage nach dem grenzenlosen Jubel über das Meisterschafts-Double mit den Bayern-Männern zahlte sein Team bei der kurzen Rückkehr ins internationale Geschäft nach dem Debüt 2009 nun bitteres Lehrgeld. Zweimal geriet der FC Bayern vor 1072 Zuschauern in Rückstand - und besonders das 1:2 per Strafstoß von Maud Roetgering (56.) brachte Wörle auf die Palme.

"Das sieht ja ein Blinder mit Krückstock", zürnte er, weil Schiedsrichterin Kateryna Monzul (Ukraine) auf den Elfmeterpunkt zeigte, nachdem Verteidigerin Nora Holstad der Ball bei einer Grätsche unglücklich an den Arm gesprungen war: "Das ist eine Frechheit auf diesem Niveau."

Vor dem Tor nervenschwach

Da die Bayern nach dem Ausgleich durch Behringer (75.) per Foulelfmeter zwar auf den nötigen Siegtreffer drängten, vor dem Tor allerdings nicht die Nerven bewahrten, blieb die wenig tröstende Erkenntnis: "Durch solche Erfahrungen können wir als Mannschaft insgesamt nur reifer werden. Und wir werden wiederkommen."

In der Liga liegt der Titelverteidiger nach fünf Spieltagen als Spitzenreiter als einziger noch ungeschlagener Klub auf Kurs. Doch Ausrutscher könnten auch hier teuer bestraft werden, denn der Vorsprung auf die Mitfavoriten 1. FFC Frankfurt und VfL Wolfsburg beträgt nur einen bzw. drei Punkte.

Die Wolfsburgerinnen, die die Königsklasse 2013 und 2014 gewonnen hatten, machten am Mittwoch den Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse mit einem 4:0 (2:0/Hinspiel 0:0) gegen den serbischen Meister ZFK Spartak Subotica perfekt. Frankfurt spielte am Donnerstagnachmittag gegen den belgischen Meister Standard Lüttich (Hinspiel 2:0) um die Fortsetzung der Mission Titelverteidigung.

    

   

  

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel