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Colin Bell ist nicht mehr Trainer des 1. FFC Frankfurt © Getty Images

Die Fußballerinnen des Champions-League-Siegers 1. FFC Frankfurt stehen rund ein halbes Jahr nach dem Triumph von Berlin ohne Trainer da.

Der siebenmalige deutsche Meister und neunmalige DFB-Pokal-Sieger hat sich am Dienstag "einvernehmlich" von Coach Colin Bell getrennt. Die bisherigen Assistenten Matt Ross und Kai Rennich fungieren als Interimstrainer.

Grund für die Trennung von dem 54 Jahre alten Engländer dürfte die schwache Ausbeute der Mannschaft an den ersten neun Bundesliga-Spieltagen sein.

Talfahrt in der Liga

"Ich hatte eine großartige Zeit beim 1. FFC Frankfurt und bin sehr stolz und dankbar, mit unserer tollen Mannschaft und dem engagierten Betreuerteam zusammengearbeitet zu haben", sagte Bell, dessen Vertrag zum Jahresende aufgelöst wird: "Nach der schönen und erfolgreichen Zeit in Frankfurt ist es für mich jetzt einfach wichtig, eine neue Herausforderung anzunehmen und mich beruflich neu auszurichten."

Der FFC, der in der zurückliegenden Spielzeit am Ende den dritten Platz belegte, liegt derzeit nur auf dem vierten Rang. Die Frankfurterinnen, die schon drei Niederlagen hinnehmen mussten, haben bereits neun Punkte Rückstand auf Spitzenreiter und Titelverteidiger Bayern München. Diese Bilanz genügt nicht den hohen Ansprüchen des einstigen Branchenführers.

"Nach einer erfolgreichen Ära unter unserem Cheftrainer Colin Bell haben wir jetzt die Gelegenheit, neu durchzustarten und unsere anspruchsvollen Ziele in der laufenden Saison weiter im Blick zu haben", sagte FFC-Manager Siegfried Dietrich.

Zoff mit Neid

Trotz der durchwachsenen Bilanz in der Liga kommt die Trennung von Bell überraschend, da der FFC das Viertelfinale der Königsklasse erreicht hat. Dort trifft Frankfurt im März 2016 auf den schwedischen Titelträger FC Rosengard um Brasiliens Superstar Marta.

Bell arbeitete knapp zweieinhalb Jahre für die Frankfurter, sein Vertrag wurde erst im Februar bis Juni 2017 verlängert. Er holte neben dem Europacup auch einmal den DFB-Pokal (2014). Zuvor stand der in Leicester geborene Bell beim SC Bad Neuenahr an der Seitenlinie.

Bell hatte im Sommer wegen seines WM-Zoffs mit Bundestrainerin Silvia Neid für Schlagzeilen gesorgt. Der Trainer hatte nach dem Halbfinal-Aus des zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameisters gegen den späteren Titelgewinner aus den USA (0:2) taktische und technische Defizite moniert.

Zudem warf er Neid fehlende Flexibilität und mangelnde Führung vor.

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