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Russia v Germany  - UEFA Women's Euro 2017 Qualifier
Steffi Jones darf sich über einen überzeugenden ersten Auftritt freuen © Getty Images

Steffi Jones darf sich in ihrem ersten Spiel auf der deutschen Trainerbank über einen deutlichen Sieg freuen. Das DFB-Team lässt Russland in der EM-Quali keine Chance.

Nachdem Steffi Jones in ihrem schicken Outfit mit hellem Mantel und trendigem Schal alle Spielerinnen abgeklatscht hatte, konnte sie sich im kalten Moskauer Regen nicht so recht für ihr Debüt erwärmen.

Obwohl die letzten Überbleibsel der "Golden Girls" der neuen Frauenfußball-Bundestrainerin einen perfekten Einstand beschert hatten, war die als Frankfurter Frohnatur bekannte Jones im Anschluss an das 4:0 (3:0) in Russland nicht vollauf zufrieden.

"Die erste Halbzeit war gut. Da haben wir schnell und präzise gespielt. Das war taktisch gut. In der zweiten Hälfte haben wir dann den Faden verloren. Damit bin ich nicht so zufrieden", sagte Jones erst etwas missmutig in der ARD, bevor sie sich dann doch etwas freuen konnte: "Aber hey - Auftaktsieg, alles gut."

Jones hätte nach dem Erfolg im vorletzten EM-Qualifikationsspiel ruhig etwas besser gelaunt sein können. Schließlich standen 28 Tage nach dem Olympiasieg von Rio nur vier Spielerinnen in der Startelf, die auch im Olympia-Finale gegen Schweden (2:1) mit von der Partie waren.

Premiere für Hendrich

Dennoch trafen Leonie Maier (14.), Kathrin Hendrich mit ihrem ersten Länderspiel-Tor (25.) und Lena Petermann (78.) für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Dazu kam ein Eigentor von Xenia Tsybutowitsch (7.).

Die zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameisterinnen hatten sich schon lange vor ihrem Triumph im Maracana für die Endrunde in den Niederlanden (16. Juli bis 6. August 2017) qualifiziert.

Nach sechs Siegen in sechs Spielen (30:0 Tore) lösten die Titelverteidigerinnen bereits im April ihr EM-Ticket. Zum Quali-Abschluss der Gruppe 5 treten die Deutschen am Dienstag in Ungarn (16.00 Uhr) an. 

Jones schont Stammkräfte

Die 43 Jahre alte Trainer-Novizin Jones (111 Länderspiele), die seit dem Herbst des vergangenen Jahres als Assistentin ihrer Vorgängerin Silvia Neid erste Praxiserfahrung gesammelt hat, musste bei ihrem Debüt mit einem Rumpfteam auskommen.

Trotz der Rücktritte von Spielführerin Saskia Bartusiak, Melanie Behringer und Annike Krahn wurden die Olympiasiegerinnen Laura Benkarth, Sara Däbritz, Melanie Leupolz und Alexandra Popp geschont.

Außerdem fehlten Dzsenifer Marozsan, Simone Laudehr, Pauline Bremer, Felicitas Rauch, Lina Magull, Mandy Islacker und Meike Kämper (alle verletzt oder krank)

Als erste Spielführerin unter Jones ("Wir wollen Europameister werden, das ist der nächste Schritt") lief die 31 Jahre alte Anja Mittag auf. Erst im Oktober wird der Mannschaftsrat über eine dauerhafte Kapitänin entscheiden.

Einbahnstraßen-Fußball in Moskau

Neben Mittag standen nur die Final-Heldinnen Maier, Lena Goeßling und Svenja Huth in der Anfangsformation.

Vor rund 500 Zuschauern entwickelte sich von Beginn an ein Spiel auf ein Tor. Dass Jones im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin (4-2-3-1) auf ein 4-4-2-System setzte, fiel überhaupt nicht ins Gewicht, da sich das Geschehen fast ausschließlich in der russischen Hälfte abspielte.

Auch das Länderspiel-Debüt von Linda Dallmann vom Bundesligisten SGS Essen war aufgrund des ganz schwachen Gegners kaum zu bewerten. Nach dem Seitenwechsel passierte nicht viel. Erst die eingewechselte Petermann traf gegen Ende.

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