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Germany v Norway - Women's International Friendly
Dzsenifer Marozsan musste in der 68. Minute verletzt ausgewechselt werden © Getty Images

Das Team von Steffi Jones kommt im letzten Länderspiel des Jahres nicht über ein Remis hinaus. Marozsan muss verletzt ausgewechselt werden, kommt aber glimpflich davon.

Das letzte Länderspiel der deutschen Fußballerinnen ist von der Verletzung von Dzsenifer Marozsan überschattet worden.

Die Spielführerin musste beim 1:1 (1:1) im EM-Härtetest gegen Norwegen in der 68. Minute ausgewechselt werden.

Marozsan war in einem Zweikampf am rechten Knöchel getroffen worden und knickte daraufhin um. Die 24-Jährige wurde mit schmerzverzerrtem Gesicht und gestützt von Betreuern vom Platz geführt.

Etwa zweiwöchige Pause für Marozsan

Nach einer MRT-Untersuchung im Anschluss an die Partie konnte allerdings Entwarnung gegeben werden: Marozsan erlitt eine Kapselzerrung im rechten Sprunggelenk und muss voraussichtlich zwei Wochen pausieren.

Siebeneinhalb Monate vor der Mission Titelverteidigung bei der Endrunde in den Niederlanden zeigte sich die Auswahl von Bundestrainerin Steffi Jones offensiv spielfreudig, aber zu schwach in der Chancenverwertung und teils anfällig in der Defensive.

Henning erzielt erstes Länderspieltor

Vor 6031 Zuschauern in Chemnitz egalisierte Josephine Henning (32.) mit ihrem ersten Länderspieltor die frühe norwegische Führung durch Europas Fußballerin des Jahres Ada Hegerberg (13.). Nach dem erfolgreichen Start mit vier Siegen musste Jones, der insgesamt 13 verletzte oder erkrankte Spielerinnen fehlten, gegen den Vize-Europameister das erste Remis hinnehmen.

"Es war ein tolles Spiel, aber nicht unser Wunschergebnis. Aber wir können eine Menge aus dem Spiel lernen", sagte Torschützin Henning im ZDF.

Im neuen weißen Trikot und mittlerweile gewohnten 4-4-2-System mit Mittelfeldraute wurde das deutsche Team bei Minustemperaturen früh eiskalt erwischt. Nach einem weiten Ball ging Innenverteidigerin Josephine Henning gegen Hegerberg zu zögerlich zu Werke, die Ex-Potsdamerin lief davon, umkurvte Torhüterin Almuth Schult und schob den Ball locker ins Tor.

DFB-Frauen fehlt Effektivität

Die deutsche Mannschaft zeigte wie zuletzt offensiv viele gute Ansätze im Kombinationsspiel, ließ aber die nötige Effektivität zunächst vermissen. So scheiterte Außenverteidigerin Anna Blässe nach einer Flanke von Alexandra Popp bei einem Kopfball aus kurzer Distanz (15.).

Auf der Gegenseite verhinderte Schult gegen Lisa-Marie Utland einen noch höheren Rückstand (30.). Da aus dem Spiel heraus die Durchschlagskraft fehlte, musste ein Standard den Ausgleich bringen. Die aufgerückte Henning machte nach einem Freistoß von Marozsan mit einem perfekt platzierten Kopfball neben den linken Pfosten ihren Fehler beim 0:1 wieder gut.

Nach der Pause ersetzte Jones Henning durch Kathrin Hendrich, die ihre Ansprüche auf einen Platz in der Startelf mit einem unaufgeregten Auftritt untermauerte. Im linken Mittelfeld kam die erstmals nominierte Carolin Simon zu ihrem ersten Einsatz im A-Team - bereits die fünfte Debütantin unter Jones.

Rauch trifft nur den Pfosten

Deutschland blieb in der Neuauflage des EM-Endspiels von 2013 (1:0) weiter im Vorwärtsgang. Vor allem Anja Mittag und Svenja Huth spielten sich mit schönen Kombinationen oft in den norwegischen Strafraum, beim letzten Ball fehlte aber die Präzision. Pech hatte die nur wenige Sekunden zuvor eingewechselte Felicitas Rauch mit einem Pfostentreffer (82.).

Das erste große Ziel von Silvia Neids Nachfolgerin Jones ist der neunte EM-Titel im kommenden Sommer. In der Vorrunde in den Niederlanden bekommen es die DFB-Frauen in der Vorrunde mit Schweden, Italien und Russland zu tun.

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