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München - Nach dem Brutalo-Foul verlässt Fürths Torwart Bastian Lerch zumindest die Intensivstation. Bei SPORT1 sprechen Sportdirektor Meichelbeck und Trainer Ruthenbeck.

Nach der schlimmen Kopfverletzung von Bastian Lerch bangt Greuther Fürth weiter um seinen Torwart.

"Ich habe die Information bekommen, dass Basti in die Uni-Klinik kommt, dass es heftiger ist als ursprünglich erhofft", sagte Fürths Sportdirektor Martin Meichelbeck am Montagmittag im Gespräch mit SPORT1.

"Das der Mannschaft mitzuteilen, ist keine leichte Aufgabe. Aber es geht nur um Basti, der eine optimale medizinische Betreuung bekommen hat." Es sei "soweit alles gut verlaufen, aber bei einem Loch im Kopf ist die Gefahr einer Infektion natürlich sehr groß."

Lerch kann Intensivstation verlassen

Meichelbeck ergänzte: "Die Laborwerte sind aber alle gut. Es geht nur um die Gesundheit eines Spielers und da hat der Fußball nicht mehr die Bedeutung. Dass es ein Spiel ist, es rücken dann viele Dinge in den Hintergrund."

Lerch war am Samstag beim Regionalliga-Spiel zwischen Greuther Fürth II und dem TSV Buchbach vom gegnerischen Stürmer Stefan Alschinger brutal am Kopf getroffen worden und erlitt ein offenes Schädel-Hirn-Trauma.

In der Nacht zum Sonntag musste der Keeper operiert werden. Am Montagabend wurde er zumindest von der Intensiv- auf eine normale Station verlegt.

"Es geht um die Gesundheit"

Fürths Cheftrainer Stefan Ruthenbeck war nach den Geschehnissen auch am Montag noch geschockt.

"Das war einfach nur schrecklich. Wir haben die Bilder gesehen und das darf im Fußball einfach nicht passieren. Das war einfach nur schrecklich", sagte der 43-Jährige bei SPORT1: "Der Basti Lerch ist ein super Typ. Als wir gehört haben, dass ein Trauma vorliegt, weil das Gehirn relativ offen gewesen ist, waren wir alle geschockt."

Lerch sei ständig im Training der Profis, und von daher gebe es einen sehr engen Kontakt zu ihm, so Ruthenbeck. "Da wird der Fußball ganz klein", brachte es der Coach auf den Punkt.

Keine bleibenden Schäden

"Die Info, die wir haben, ist, dass keine bleibenden Schäden zurückbleiben", meinte Ruthenbeck. "Es sah zwar sehr schlimm aus und man muss weiter sehr aufpassen, weil es eine Infektionsgefahr geben kann, aber es wird positiv ausgehen für Basti."

Nach SPORT1-Informationen hat Lerch die OP gut überstanden, an das Foul kann er sich aber nicht mehr erinnern.

Die Szene war schlimm: Der Torhüter wurde in der 27. Spielminute von Alschinger im Kampf um den Ball mit dem Fuß am Kopf getroffen, der dem 19-Jährigen dabei ein Loch in der Schädeldecke zufügte.

Rechtliche Schritte?

Nach seiner Auswechslung klagte Lerch in der Kabine über Gedächtnisverlust.

Gab es eine Entschuldigung von Alschinger? "Das weiß ich noch gar nicht. Ich kann die ganze Situation noch gar nicht bewerten. Ich muss noch einige Gespräche führen, um das Ganze auch auf einer moralischen Ebene einzuordnen", sagte Meichelbeck.

Er stellte aber klar: "Wir werden alles juristisch prüfen und dann entsprechend reagieren." Alschinger sah für sein Einsteigen vom Schiedsrichter übrigens nur die Gelbe Karte.

Lerch droht nun eine Pause von etwa drei Monaten.

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