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Polizei
Verletzte OFC-Spieler waren beim Spiel in Mannheim in eine Auseinandersetzung auf der Tribüne verwickelt © Imago

Nach den Vorfällen beim Regionalliga-Derby zwischen Waldhof Mannheim und den Offenbacher Kickers weisen sich beide Klubs gegenseitig die Schuld zu.

Nach den Vorfällen am Rande des Regionalliga-Derbys zwischen Waldhof Mannheim und den Offenbacher Kickers haben die Mannheimer schwere Vorwürfe gegen die involvierten OFC-Spieler erhoben.

Laut Darstellung des SV Waldhof hätten Provokationen seitens der OFC-Spieler Daniel Endres, Robin Scheu und Maik Vetter bei der 1:2-Niederlage in Mannheim zu Auseinandersetzungen mit Heimfans auf der Haupttribüne des Carl-Benz-Stadions geführt.

Der OFC hat die Darstellung des SV Waldhof jedoch zurückgewiesen. "Die Realität wird hier komplett auf den Kopf gestellt und ad absurdum geführt", hieß es in einem am Montagabend auf Facebook veröffentlichten Statement.

OFC: Mannheimer Darstellung "irritierend"

"Es wird nicht bestritten, dass sich die Spieler in dieser Situation gewehrt haben. Gleichwohl ist es mehr als irritierend und schlichtweg falsch, dass hier seitens Waldhof Mannheim die Initiierung der Auseinandersetzung bei den Spielern des OFCs verortet wird. Die Überschreitung der Grenze, respektive die Anwendung von physischer Gewalt ging ganz klar von Mannheimer Fans aus", schrieb der OFC.

Eskalation nach Schlusspfiff

Die Mannheimer hatten zuvor eine Stellungnahme auf ihrer Facebook-Seite zur Aufarbeitung der Vorkommnisse veröffentlcht.

"Die Emotionen nach Schlusspfiff hatten zur Folge, dass laut mehreren Zeugenaussagen einer der OFC-Spieler 'Komm doch her!' zu einem älteren Zuschauer rief. Es folgte ein Gerangel der beiden Personen, in dessen Folge sowohl der Spieler als auch der Zuschauer über die Sitzreihen stürzten. Auf Videoaufnahmen ist dann deutlich sichtbar, wie der Spieler auf den am Boden liegenden, älteren Herrn kniet und auf diesen einschlägt. Des Weiteren ist zu sehen, wie ein Ordner versucht Spieler und Zuschauer zu trennen. Zwei weitere OFC-Spieler stürmten über die Sitzreihen zum Ort der Auseinandersetzung. Es folgten Faustschläge sowohl gegen den Zuschauer als auch den Ordner durch die OFC-Spieler", hieß es in einer Mitteilung auf der Facebook-Seite des SV Waldhof.

Laut Darstellung des OFC sei es bereits während des Spiels seitens der Mannheimer Fans zu Beleidigungen der OFC-Spieler gekommen. "Nach Abpfiff eskalierte dann die Situation und mehrere Mannheimer Zuschauer konfrontierten unsere Spieler zunächst aus nächster Nähe verbal in teilweise beleidigender und bedrohlicher Art. In der Folge wurde dann auch physisch Gewalt an den Offenbacher Spielern angewandt. So wurde der Spieler Maik Vetter durch einen Mannheimer-Fan von hinten mehrere Tribünenstufen nach unten gestoßen", schrieb der OFC. Zudem sei einer Frau aus der Gruppe der Offenbacher auf den Hinterkopf geschlagen worden.

Reck kritisiert Waldhof

Trainer Oliver Reck hatte unmittelbar nach dem Vorfall scharfe Kritik am SV Waldhof geübt. "Es ist nicht in Ordnung, dass auf der Tribüne unsere verletzten Spieler von Fans angegangen wurden", sagte der frühere Bundesliga-Torwart über die Vorfälle im Carl-Benz-Stadion.

Die Gastgeber hatten am Sonntagabend in einer ersten Reaktion den Vorfall verurteilt.

"Der SV Waldhof Mannheim distanziert sich von diesem Verhalten und entschuldigt sich bei den Betroffenen", teilte SVW-Geschäftsführer Markus Kompp in einer Stellungnahme mit: "Wir werden unseren Beitrag zur vollumfänglichen Klärung des Vorfalls leisten. Leider bekommt hierdurch ein ansonsten durchweg friedliches Derby, mit mehr als 10.000 Zuschauern, ein unrühmliches Ende."

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