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Jens Lehmann
Jens Lehmann ist seit eineinhalb Jahren Mitglied bei 1860 München © Getty Images

München - 1860 München hat offenbar einen Weg gefunden, um sich aus der Umklammerung von Hasan Ismaik zu lösen. Als möglicher Investor wird auch Jens Lehmann gehandelt.

Wie geht es weiter mit dem TSV 1860 München und Hasan Ismaik?

Am Sonntag verkündete der in die Regionalliga abgestürzte Klub die Verschiebung seiner für den 2. Juli angekündigten Mitgliederversammlung - und machte dabei ganz nebenbei offiziell, dass er mit neuen Investoren verhandelt.

"Aktuell finden unter der Leitung von Geschäftsführer Markus Fauser konstruktiv verlaufende Gespräche zwischen den Gesellschaftern der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA und weiteren Partnern statt", hieß es in der am Sonntag veröffentlichten Mitteilung. Was bedeutet: Die "Löwen" haben neue Geldgeber gefunden, die sie aus der Abhängigkeit von Ismaik lösen könnten.

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Laut Süddeutscher Zeitung kommen die Interessenten aus Deutschland. Der Grund der Gespräche sei demnach, dass die zur Vermeidung einer Insolvenz nötigen Gelder von Ismaiks Seite aus nicht in Sicht sind.

Lehmann soll interessiert sein 

Wie mehrere Münchner Medien berichten, soll auch eine Investorengruppe um Jens Lehmann Interesse zeigen, bei 1860 einzusteigen. Vor eineinhalb Jahren ist der Ex-Nationaltorwart überraschend Mitglied bei den "Löwen" geworden.

Da der 47-Jährige über seine genaueren Beweggründe schweigt, konnte bislang nur spekuliert werden, ob er sich in München finanziell engagieren will. Dabei wurde sein Name bereits 2013 gehandelt, als es um die Nachfolge des damals zurückgetretenen Geschäftsführers Robert Schäfer ging.

Ismaik wiederum ist nach eigenen Angaben auch nicht über die jüngsten Schritte der Klubführung informiert. "Nein. Das hat mir niemand gesagt", antwortete der jordanische Geschäftsmann der SZ auf die Frage, ob er von der Mitgliederversammlung gewusst habe.

Auf die Nachfrage, was er davon halte, gab er keine klare Antwort, zog letztlich nur das Fazit: "Dieser Klub ist sehr kompliziert."

1860-Strategie kann nach hinten losgehen

Die 1860-Führung um Fauser und den neuen Präsidenten Robert Reisinger möchte den Mitgliedern nach eigenen Angaben "eine klare und für alle nachvollziehbare Zukunftsstrategie für den Verein präsentieren". Zu den neuen Investoren, die Teil dieser Strategie sein sollen, muss der Klub die Mitglieder aber laut Vereinssatzung erst befragen - wegen bereits abgelaufener Antragsfristen war eine Verschiebung deshalb unumgänglich.

Gegenwärtig hält Ismaik 60 Prozent der 1860-KGaA (gemäß 50+1-Regel davon aber nur 49 stimmberechtigt), neue Investoren könnte der Klub mit einer Kapitalerhöhung ins Boot holen.

Diese könnte aber auch Ismaik dazu nutzen, seine Anteile im Klub zu erhöhen - wenn die Mitglieder dem zustimmen.

Die Ladungsfrist für die Versammlung beträgt 14 Tage, es dürfte also recht schnell einen Termin dafür geben. Es dürfte ein turbulenter werden.

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