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Prag - Deutschland kommt zum Auftakt der U21-EM gegen Serbien nicht über ein Remis hinaus. Emre Can gelingt eine Premiere. Ein Verteidiger sieht die Gelb-Rote Karte.

Horst Hrubesch wirkte nach dem Schlusspfiff genauso gelassen wie gefasst. Denn der Trainer der deutschen U21 war auf den Stolperstart des Topfavoriten absolut vorbereitet.

Horst Hrubesch trifft mit dem DFB-Nachwuchs nun auf Dänemark
Horst Hrubesch trifft mit dem DFB-Nachwuchs nun auf Dänemark © Getty Images

"Ich habe davor gewarnt, was heute kommen kann", sagte der 64-Jährige nach dem schmeichelhaften 1:1 (1:1) des DFB-Teams zum EM-Auftakt gegen Serbien.

In Prag blieb seine Elf deutlich hinter den Erwartungen zurück - vor allem zu Spielbeginn.

"Wir sind schwer in die Gänge gekommen, haben viele leichte Fehler gemacht und sind in Rückstand geraten. Aber man hat gesehen, wie wir in der zweiten Halbzeit selbst mit zehn Mann zurückgekommen sind", zeigte sich Hrubesch zufrieden und schob nach: "Ich denke, dass wir damit bei dieser Europameisterschaft angekommen sind."

"Immerhin nicht verloren"

Der starke Emre Can vom FC Liverpool (17.) erzielte immerhin den Ausgleich für den Europameister von 2009, bei dem Champions-League-Sieger Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona) im Tor den Vorzug gegenüber Bernd Leno erhalten hatte.

Filip Djuricic (8.), in der abgelaufenen Saison beim 1. FSV Mainz 05 unter Vertrag, hatte Serbien zuvor in Führung gebracht. Zu allem Überfluss sah Christian Günter vom SC Freiburg nach einer Schwalbe die Gelb-Rote Karte (69.).

"Wir haben in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht. Wir wollten das Spiel gewinnen, immerhin haben wir es nicht verloren. Es ist wichtig, dass wir in den nächsten Spielen besser auftreten", sagte Can in der ARD.

Wacklige Defensive

Das erstklassig besetzte deutsche Team offenbarte besonders in der Defensive mit den nervösen Robin Knoche (VfL Wolfsburg) und Moritz Leitner (VfB Stuttgart) große Lücken. Erst nach der Pause steigerte sich das DFB-Team ein wenig, musste am Ende mit dem Punkt aber zufrieden sein.

In der Gruppe A liegt Deutschland nun auf Rang zwei hinter Dänemark, das zuvor 2:1 (0:1) gegen Gastgeber Tschechien gewonnen hatte. Die Skandinavier sind am Samstag nächster Gegner des DFB-Teams, das beim Überstehen der Vorrunde auch das Ticket für Olympia 2016 in Rio de Janeiro lösen würde.

"Jeder weiß jetzt, was hier gefragt ist. Wir müssen unsere Leistung aus der zweiten Halbzeit jetzt ins Spiel gegen Dänemark mitnehmen und sehen, dass wir dann die Punkte einfahren", gab Hrubesch die Marschroute vor.

DFB-Auswahl zu passiv

Vor 5490 Zuschauern im Letna-Stadion trat die deutsche Mannschaft überraschend passiv auf. Statt wie von Hrubesch gefordert Spiel und Tempo zu bestimmen, tat sich der DFB-Nachwuchs gegen den früh störenden Gegner schwer (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Die Serben, die in den Playoffs überraschend Titelverteidiger Spanien ausgeschaltet hatten, überzeugten durch einen mutigen Auftritt. Immerhin: Auch im elften Pflichtspiel unter Rückkehrer Hrubesch blieb Deutschland ungeschlagen.

Schon nach wenigen Minuten wurde das DFB-Team kalt erwischt. Der starke Djuricic tunnelte Knoche und vollendete gegen ter Stegen eiskalt.

Premiere für Can

Eine starke Aktion von Can brachte das deutsche Team zurück in die Partie. Der 21-Jährige narrte am Strafraum seinen Gegenspieler mit einem Haken und erzielte mit der Innenseite sein erstes Tor im Trikot der U21.

Für Ruhe in der wackligen deutschen Abwehr sorgte der Ausgleich aber nicht, Milos Jojic von Borussia Dortmund hatte die erneute Führung der Serben auf dem Fuß.

Kurz vor der Pause lenkte ter Stegen einen 30-Meter-Schuss des serbischen Kapitäns Goran Causic an die Latte.

Nach dem Wechsel hatte die die deutsche Mannschaft endlich mehr Spielanteile, machte daraus aber zu wenig. Philipp Hofmann (1. FC Kaiserslautern) setzte nach einer Volland-Flanke einen Kopfball knapp neben den Pfosten (57.).

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