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Czech Republic v Denmark - UEFA Under21 European Championship 2015
Alexander Scholz (l.) und Pierre-Emil Hojbjerg feiern einen Treffer gegen Tschechien © Getty Images

Prag - Das DFB-Team muss gegen Dänemark liefern, um den Traum von Rio nicht zu gefährden. Doch der Gegner ist selbstbewusst und kann doch auf seinen Besten zurückgreifen.

Wenn man Otto Waalkes Glauben schenken darf, dann haben die Fans der deutschen U21 in diesen Tagen gleich doppelt Grund zu Optimismus.

"Dänen lügen nicht" sang der ostfriesische Komiker einst in Anlehnung an einen Nummer-1-Hit von Michael Holm. Klar: Mit solchen Verallgemeinerungen muss man immer vorsichtig sein. Andererseits will man ja auch niemandem etwas Böses unterstellen.

Vor der zweiten EM-Partie der DFB-Junioren gegen Dänemark am Samstag (ab 20.45 Uhr im LIVETICKER, Highlights ab 23 Uhr im TV auf SPORT1) sollte man es also vielleicht einfach glauben, wenn Pierre-Emile Hojbjerg sagt: "Es wird ein gutes Spiel."

Eine gute Nachricht für all die Schlachtenbummler, die sich auf den Weg nach Prag machen und die mehreren Millionen Zuschauer, die das Spiel zur besten Sendezeit im Fernsehen verfolgen werden.

Aber es kommt noch besser für die deutschen Fans, denn Hojbjerg sagt auch: "Wir sind nicht die beste Mannschaft. Deutschland ist die beste Mannschaft."

Kein Grund also mehr, noch länger dem mäßigen deutschen Auftaktspiel beim 1:1 gegen Serbien nachzutrauern? Langsam!

Dänen mit besserer Ausgangsposition

Vergleicht man einmal die ersten Auftritte der kommenden Kontrahenten, dann stellt man fest: Bei den Dänen lief es wie bei den Deutschen - nur besser.

"Die erste Halbzeit war nicht in Ordnung", sagte Hojbjerg im Rückblick auf den 2:1-Sieg gegen Gastgeber Tschechien. Und Kapitän Jannik Vestergaard ergänzte: "Ich weiß nicht, ob wir nervös waren oder woran es lag, aber die erste Halbzeit war natürlich nicht so, wie wir es uns gewünscht haben."

Wie die DFB-Junioren gerieten auch die Dänen zunächst in Rückstand, steigerten sich dann zunehmend. Im Gegensatz zum deutschen Team konnten die Skandinavier aus einem 0:1 aber noch einen Sieg machen - und stehen mit dem Dreier auf dem Konto erst mal glänzend da.

Bangen um Rio

Das deutsche Team dagegen spürt deutlich mehr Druck. Bei einer Niederlage wäre die Halbfinal-Teilnahme und damit auch das Olympia-Ticket für Rio für die Elf von Trainer Horst Hrubesch in akuter Gefahr.

(SERVICE: Der Spielplan der U21-EM) 

DFB-Sportdirektor Hansi Flick macht sich trotz des holprigen Starts gegen Serbien keine Sorgen. Ein guter Start sei zwar wichtig, sagte Flick am Freitag, "aber natürlich auch, dass man dann trotzdem dran bleibt. Es ist mit dem 1:1 gegen Serbien noch nichts passiert."

Ähnlich schätzte Hrubesch die Lage ein. "Es wäre sicherlich leichter, wenn wir das erste Spiel gewonnen hätten", räumte er in der Abschluss-Pressekonferenz am Freitag ein. "Das Entscheidende ist: Du musst es noch selbst in der Hand haben. Wenn du hier auf andere angewiesen bist, wird es schwierig. Aber wir haben alles noch selbst in der Hand und werden weiter Schritt für Schritt machen." (Die PK zum Nachlesen im TICKER)

Jonas Nohe vor Ort bei der U21-EM in Tschechien
Jonas Nohe vor Ort bei der U21-EM in Tschechien © SPORT1

Geschenkt bekommen werden die DFB-Junioren aber auch gegen Dänemark nichts, wie Bundesliga-Profi Hojbjerg ankündigt. "Wir wollen da so viel wie möglich herausholen, möglichst einen Sieg, sonst einen Punkt", erklärt er die dänische Zielsetzung: "Wir wollen die Deutschen unter Druck setzen."

Entwarnung bei Hojbjerg

Bei Hojbjerg selbst gab es am Freitag Morgen Entwarnung. Der Mittelfeldspieler fühlte sich nach dem Auftaktspiel "müde und abgeschlagen", konnte aber am Abschlusstraining teilnehmen und wird aller Voraussicht nach im Kader stehen.

Dementsprechend regiert vor allem bei den Deutschland-Legionären im dänischen Kader die Vorfreude. Stellvertrend für Bayern-Rückkehrer Hojbjerg, Yussuf Poulsen von RB Leipzig und Braunschweigs Emil Berggreen erwartet der Bremer Vestergaard ein "spezielles" Spiel: "Ich freue mich darauf. Deutschland ist ja auch meine zweite Heimat, ich habe Familie in Deutschland."

Und in Kevin Volland einen guten Kumpel aus Hoffenheimer Zeiten in den gegnerischen Reihen. "Ein bisschen geschrieben" habe man in letzter Zeit, erklärte Vestergaard.

Seit dem 1:1 gegen Serbien dürfte Volland dafür aber kaum noch Zeit gehabt haben, schließlich musste auch bei den Deutschen vor allem die erste Halbzeit aufgearbeitet werden.

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