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Martin Volkmar kommentiert die U21-EM in Prag © SPORT1/Getty Images

Nach der ersten Olympia-Teilnahme der deutschen Junioren seit fast 30 Jahren müssen DFB und DFL nun auch die besten Talente dafür freistellen. Die SPORT1-Meinung.

Für den Deutschen Fußball Bund ist es schon jetzt eine erfolgreiche Woche, auch wenn die wichtigen K.o.-Spiele bei der Frauen-WM und der  U21-EM erst am Wochenende bevorstehen. 

Denn beide Teams haben sich bereits frühzeitig für die Sommerspiele 2016 in Rio qualifiziert, nachdem 2012 in London keine DFB-Auswahl am Start war.

Für die Frauen war das nach dem bitteren Viertelfinal-Aus bei der Heim-WM 2011 die große Ausnahme, für die Junioren dagegen leider die unschöne Regel.

Zahlreiche hochtalentierte U21-Teams sind in den letzten 27 (!) Jahren beim Versuch gescheitert, die Endrunde um olympisches Gold zu erreichen. Umso höher muss man die Leistung der Mannschaft von Erfolgscoach Horst Hrubesch bewerten.

Zwar machte sich die, mit Hochbegabten von ter Stegen über Can bis Volland gespickte Elf, in zwei der drei Vorrundenspiele unnötig das Leben schwer und musste vor allem aufgrund der miserablen Chancenverwertung gegen Tschechien bis zum Abpfiff um den Halbfinaleinzug zittern.

Doch auch die großen Vorbilder, die U21-Europameister von 2009, rumpelten teilweise durchs damalige Turnier - was heute aber niemanden mehr interessiert. Dennoch müssen die DFB-Junioren nun die Handbremse lösen, um am Ende in Prag ganz oben auf dem Treppchen zu stehen.

Die Olympischen Spiele sind dagegen für fast alle Spieler noch weit weg. Zum einen, weil zahlreiche Leistungsträger im nächsten Jahr wegen der neuen Altersbeschränkung nicht mehr dabei sein können.

Zum anderen, weil den verbleibenden Toptalenten wegen der Kollision mit der Bundesliga-Vorbereitung die Verweigerung der Freigabe durch die Klubs droht.

Dabei wäre es ein wichtiges und wünschenswertes Signal, wenn DFL und DFB die stärkste deutsche U21 nach Rio schicken würden. Der deutsche Fußball hat zu lange auf diese Chance gewartet, um sie auf dem Altar kleingeistiger Vereinsinteressen zu opfern.

Denn ein Olympiasieg an der Stätte des WM-Erfolgs wäre ein Triumph für die Geschichtsbücher.

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