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Italy U21 v Serbia U21 - 2015 UEFA European U21 Championships Qualifier
Serbiens Aleksandar Pesic (M.) ist beim FC Toulouse unter Vertrag © Getty Images

Prag und München - Zum Auftakt in die U21-EM wartet auf die deutsche Auswahl eine knifflige Aufgabe. Serbien ist selbstbewusst und hat in der Quali den Titelverteidiger ausgeschaltet.

Deutschlands erster Gruppengegner Serbien mag auf den ersten Blick, rein vom Papier her, zu den großen Außenseitern der U-21-EM gehören.

Aber die DFB-Junioren sollten vor ihrem Auftaktgegner (Mi., ab 20.45 Uhr im LIVETICKER, die Highlights ab 23.00 Uhr auf SPORT1) gewarnt sein. Schließlich fügten die Serben völlig überraschend dem großen Turnier-Favoriten Spanien im Playoff-Rückspiel nach zuvor 35 ungeschlagenen Partien in Folge die erste Niederlage zu. Damit war der Titelverteidiger aus dem Rennen - und Serbien plötzlich Favoritenschreck.

Doch Trainer Mladen Dodic will das alles nicht überbewerten. "Wir haben in der Qualifikation sehr viele gute Dinge gezeigt, aber auch einige Schwächen, die charakteristisch für unsere Mentalität sind", erklärte der 45-Jährige auf SPORT1-Nachfrage.

Serbien will ins Halbfinale

Und er ergänzte einen Satz, den die Deutschen wohl nicht gerne hören dürften: "Was mich optimistisch stimmt, ist die Tatsache, dass wir am besten waren, wenn wir gegen die stärksten Mannschaften gespielt haben. Und da jeder sagt, dass Deutschland einer der großen Favoriten auf den Titel ist und es auch sonst keine leichten Gegner in diesem Turnier gibt, stimmt mich das sehr positiv."

Da wundert es kaum, dass die Serben sich hohe Ziele gesetzt haben: "Wir wollen ins Halbfinale kommen, damit wir für Olympia in Rio qualifiziert sind", erklärte Dortmunds Milos Jojic.

Zurückhaltend, aber ambitioniert. Und mit einer entscheidenden Stärke, wie DFB-Coach Horst Hrubesch meint: "Ich denke, dass die Serben nicht über die einzelnen Spieler kommen, sondern über die Mannschaft. Dieses Team kommt über den Kampf immer wieder ins Spiel. Das ist das, was sie gefährlich macht."

Tatsächlich ist die Liste an großen Namen im Team überschaubar. Jojic ist zwar aus der Bundesliga bekannt, Filip Djuricic war zuletzt an Mainz 05 ausgeliehen. Beide haben auch schon A-Länderspiel-Erfahrung. Beide wussten in ihren Teams aber zuletzt nicht zu überzeugen.

Verzicht auf drei Stars

Dennoch hoffen die Serben, in der Partie gegen die DFB-Junioren ihren Vorteil daraus ziehen zu können. "Es ist ein großes Glück für uns, dass wir Spieler aus der Bundesliga haben. Sie haben uns etwas verraten, aber das ist geheim und wird bis nach dem Spiel auch geheim bleiben", sagte Kapitän Marko Petkovic auf SPORT1-Nachfrage augenzwinkernd.

Auf der anderen Seite verzichtete Dodic mit dem Schalker Matija Nastasic, Lazar Markovic vom FC Liverpool und Aleksandar Mitrovic vom RSC Anderlecht gleich auf drei Leistungsträger. Sie waren zuletzt mit der A-Nationalmannschaft unterwegs.

"Sie waren bereit zu spielen, würden aber erst nach Turnierbeginn anreisen", sagte Dodic: "Daher habe ich mich entschieden, sie nicht zu nominieren." Es muss also auch ohne sie gehen, um unter die Top vier zu kommen.

Der Coach selbst betreut den serbischen Fußball-Nachwuchs erst seit diesem Jahr. Die Playoffs hatte noch sein Vorgänger Radovan Curcic zu verantworten, der jetzt das A-Team trainiert.

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