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Olmütz - Deutschlands Auswahl greift bei der EM in Tschechien nach dem Finale. Vorher wartet in Gegner Portugal aber ein schwerer Brocken. Trainer Hrubesch bleibt gelassen.

Von wegen strahlender Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen: Als die deutsche U21 am Morgen des EM-Halbfinals gegen Portugal in den Tag startete, war vom Kaiserwetter des Vortages nicht mehr viel zu sehen.

(U21-Doppelpack auf SPORT1: Deutschland - Portugal ab 18 Uhr im LIVETICKER, Highlights ab 23.30 Uhr im TV auf SPORT1, das zweite Halbfinale der U21-Europameisterschaft Dänemark - Schweden ab 20.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)

Bei Temperaturen um die 30 Grad hatten die DFB-Junioren am Freitag zum ersten Mal im Turnierverlauf Prag verlassen und waren mit dem Zug nach Olmütz gereist.

Für die Schönheiten der 100.000-Einwohner-Stadt im Osten Tschechiens hatten Horst Hrubesch und sein Team allerdings kein Auge. Nach der geglückten Qualifikation für Olympia richtet sich die volle Konzentration auf den EM-Titel.

Nebengeräusche jeglicher Art blendet Hrubesch komplett aus - so auch die Forderungen von Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking nach mehr Spielzeit für Maximilian Arnold.

"Haben Wichtigeres zu tun"

"Ich kann das nicht ganz verstehen, ich ignoriere das einfach", sagte Hrubesch dazu nur und betonte: "Wir haben im Moment Wichtigeres zu tun, wir wollen hier ins Endspiel."

Dass dieses Unterfangen ohnehin nicht leicht wird, zeigt schon ein Blick in die Statistik. Genau wie die deutsche Mannschaft sind die Portugiesen seit Beginn der EM-Qualifikation in 13 Pflichtspielen ungeschlagen.

Das Erfolgsrezept: eine starke Hintermannschaft mit Torwart Jose Sa als großem Rückhalt, technisch starke Offensivspieler und schnelles Kurzpassspiel durchs Zentrum. Auf die deutsche Defensive wartet eine Umstellung nach den vor allem über Außen gefährlichen Tschechen.

"Wir werden von unserer Linie nicht abweichen", sagte Hrubesch auf SPORT1-Nachfrage zwar, man werde der Spielweise der Portugiesen "aber natürlich Rechnung tragen."

Geis in die Startelf

Einiges deutet darauf hin, dass dadurch Johannes Geis zu seinem ersten Startelfeinsatz bei der EM kommen könnte. Der laufstarke Sechser soll wohl zusammen mit Joshua Kimmich und Emre Can den portugiesischen Spielfluss im Zentrum eindämmen.

Jonas Nohe vor Ort bei der U21-EM in Tschechien
Jonas Nohe vor Ort bei der U21-EM in Tschechien © SPORT1

Schalkes Max Meyer, der im bisherigen Turnierverlauf unter seinen Möglichkeiten blieb, würde auf die Bank rutschen.

Die Bilanz der deutschen U21 gegen Portugal spricht derweil nicht gerade für die DFB-Junioren: Beide Duelle bei einer EM-Endrunde (2004 und 2006) gingen verloren, der letzte Sieg gegen die Iberer gelang in einem EM-Qualifikationsspiel im Dezember 1996.

Als schlechtes Omen will Hrubesch das aber nicht verstanden wissen. "Wir fürchten uns nicht", sagte der 64-Jährige und erklärte: "Wenn es nötig war, hat die Mannschaft immer eine Schippe draufgelegt."

Voraussichtliche Aufstellungen:

Portugal: Jose Sa - Ricardo Esgaio, Paulo Oliveira, Tiago Ilori (Tobias Figueiredo), Raphael Guerreiro - William Carvalho - Joao Maria, Sergio Oliveira - Bernardo Silva - Ricardo, Ivan Cavaleiro

Deutschland: Ter Stegen - Korb, Ginter, Heintz, Günter - Kimmich, Geis, Can - Younes, Schulz - Volland

Schiedsrichter: Tasos Sidiropoulos (Griechenland)

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