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Italy U21 v Spain U21 - International Friendly
Borja Mayoral (l.), Saul Niguez (M.) und Marco Asensio (r.) peilen mit Spanien den EM-Titel an © Getty Images

München - Mit einem Luxuskader reisen die Spanier zur U21-EM in Polen. Mit dabei: Champions-League-Sieger, international begehrte Top-Talente - und ein Bayern-Schreck.

Platz zwei in einer Qualifikationsgruppe mit Schweden, knapp vor Kroatien. Ein 0:0 und ein 1:1 in den Playoffs gegen Österreich.

Spaniens Weg zur UEFA U-21 EM in Polen war nicht gerade angsteinflößend.

Nachdem die Iberer bei der EM vor zwei Jahren in Tschechien komplett gefehlt hatten, schienen sie auch diesmal nicht zu den allerheißesten Titelkandidaten zu zählen.

Bis zur Kaderbekanntgabe.

Davie Selke: "Ein dickes Brett"

Denn mit welchem Aufgebot Coach Albert Celades zu den Vorrundenspielen in Gdynia und Bydgoszcz anreist, lässt alle anderen Trainer vor Neid erblassen - und treibt möglichen Gegnern den Schweiß auf die Stirn.

Das Auftaktspiel der Spanier gegen Mazedonien heute ab 20:40 Uhr LIVE im TV auf SPORT1

"Das wird auf jeden Fall ein dickes Brett, das wir zu bohren haben, sollte es zu einem Aufeinandertreffen kommen", prophezeite Davie Selke im Gespräch mit SPORT1.

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Zwischen den Pfosten steht bei den Spaniern aller Voraussicht nach Kepa Arrizabalga - seines Zeichens mit erst 22 Jahren Stammtorwart bei Europa-League-Teilnehmer Athletic Bilbao.

Spektakulär ist das zugegebenermaßen noch nicht, aber immerhin. Deutschlands Nummer eins Julian Pollersbeck kommt vom lange Zeit abstiegsgefährdeten Zweitligisten Kaiserslautern zur U21-EM.

Abwehrstars von Arsenal und Real Madrid

Auf der rechten Abwehrseite bieten die Spanier Hector Bellerin auf. Der erst 22-Jährige hat bereits drei Premier-League-Spielzeiten als Stammspieler beim FC Arsenal hinter sich.

In der Innenverteidigung läuft Jesus Vallejo auf, zuletzt als Leihspieler mit Eintracht Frankfurt im DFB-Pokalfinale - und ab der neuen Saison bei seinem Stammverein Real Madrid als Nachfolger für den abgewanderten Pepe vorgesehen.

Die Viererkette vervollständigen voraussichtlich Jorge Mere von Sporting Gijon und Jose Luis Gaya vom FC Valencia.

Mikel Merino vom BVB hofft auf Einsätze

Im Mittelfeld streiten Dani Ceballos, Mikel Merino, Marcos Llorente, Denis Suarez und Saul Niguez um drei Plätze.

Merino kam nach seinem Wechsel zum BVB in der abgelaufenen Saison zwar kaum zum Einsatz, gilt aber weiterhin als eines der größten spanischen Talente - und untermauerte seinen Anspruch dieser Tage mit deutlicher Kritik an Ex-Coach Thomas Tuchel.

Suarez wechselte im Sommer 2016 vom FC Villarreal zum großen FC Barcelona, wo er in seiner ersten Saison auf Anhieb zu 26 Liga-Einsätzen kam.

Bayern-Albtraum Saul Niguez

Und Saul Niguez? Nun ja, beim FC Bayern werden sie sich noch mit Schrecken an das unglaubliche Solo erinnern, mit dem der Linksfuß im Halbfinale der Champions-League-Saison 2015/16 alle Titelträume der Münchner platzen ließ.

In Spaniens U21 werden Sauls Torjägerqualitäten meist gar nicht benötigt, denn in der Offensive warten weitere Hochkaräter.

Inaki Williams, pfeilschneller Außenstürmer von Athletic Bilbao, in den letzten Jahren schon bei zahlreichen europäischen Top-Klubs gehandelt.

Gerard Deulofeu, Barca-Eigengewächs, bei Milan derart durchgestartet, dass die Katalanen über eine Rückholaktion nachdenken.

Asensio empfiehlt sich mit Final-Tor

Borja Mayoral, zuletzt an den VfL Wolfsburg ausgeliehen, hauptberuflich aber die größte Mittelstürmer-Hoffnung von Champions-League-Sieger Real Madrid.

Und zu guter Letzt: Marco Asensio, Außenstürmer, ebenfalls bei den Königlichen unter Vertrag, vor zwei Wochen Torschütze für Real im Champions-League-Finale gegen Juventus.

Trainer Celades muss also einige schwere Entscheidungen treffen. Klingt nach Luxusproblemen? Sind es auch.

Dass der EM-Titel dennoch kein Selbstläufer wird, zeigen die Ergebnisse aus der Qualifikation.

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