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Serge Gnabry lässt zum Auftakt der U-21 EM sein Können direkt aufblitzen. Der 21-Jährige zukünftige Bayern-Profi nimmt schon jetzt eine Führungsrolle ein.

Serge Gnabry genoss die Stille der Kabine. Auf dem Boden rollten noch zwei, drei leere Wasserflaschen, ansonsten war der Matchwinner aber das letzte Überbleibsel der spontanen Party nach dem gelungenen Start in die UEFA U21-Europameisterschaft 2017 (LIVE im TV auf SPORT1).

"Das ist die Ruhe nach dem Sturm. Man sieht, wir haben ein bisschen gefeiert", sagte der künftige Bayern-Profi. Auf seinem Kopf wackelte die schwarze Mütze ein wenig hin und her.

Gala zum Auftakt

Vor allem Gnabry hatte Grund zum Feiern. Ein Tor, ein Pfostenschuss, stets gefährlich: Der Wirbelwind war beim 2:0 (1:0) gegen Tschechien der auffälligste Spieler. "Das waren wichtige drei Punkte für uns, daher haben wir uns auch sehr gefreut", sagte Gnabry.

Von DFB-Trainer Stefan Kuntz gab es ein Sonderlob: "Serge hat im Team eine Führungsrolle, und die nimmt er auch an."

Gnabry erfüllte mit seinem starken Auftritt einen Teil der Prophezeiung von Horst Hrubesch. "Serge kann einer der Topspieler der EM werden. Er könnte auch bei Barcelona spielen", hatte der Kuntz-Vorgänger vor dem Turnier gesagt.

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Beginn einer steilen Karriere?

Statt neben Lionel Messi läuft Gnabry nun an der Seite von Arjen Robben, Franck Ribery und Co. auf. Seine Leistungen in der U21 lassen erahnen, warum sich der Rekordmeister die Dienste des 21-Jährigen gesichert hatte. 

Unter Hrubesch war Gnabry 2016 Olympia-Torschützenkönig geworden, seither geht es bergauf bei dem in Deutschland fast vergessenen Toptalent. Von der Reserve des FC Arsenal wechselte er zu Werder Bremen - und nun zu den Bayern.

"Vor einem Jahr hat Serge kaum einer gekannt, für ihn hat sich unglaublich viel getan", sagt auch Kuntz. Nach dem Sieg gegen Tschechien lobte der DFB-Trainer besonders die Spritzigkeit seiner Nummer 11. "Serge ist schwer ausrechenbar. Er hat ein tolles Gespür dafür, wo Bälle hinkommen. Er kann im richtigen Moment noch einen Pass spielen, ist im Dribbling extrem wendig und sehr fintenreich", sagte Kuntz.

Verantwortung auch neben dem Platz

Sogar zum Kassenwart hat der DFB-Trainer Gnabry gemacht - wenn auch unfreiwillig. "Als Stefan Kuntz gefragt hat, wer die Kasse übernehmen soll, hat Davie Selke nach rechts geschaut und ich musste lachen. Da wurde ich auserwählt", berichtete Gnabry dem ARD-Hörfunk.

Seinen Job nehme er aber ernst. Besonders häufig klingelt die Kasse, wenn die Kollegen in falscher Kleidung zum Essen erscheinen. "Da kommt die größte Kohle zusammen", sagt Gnabry.

Gegen Tschechien zahlte er nun mit Leistung zurück. Auch anhaltende Spekulationen, die Bayern könnten ihn für die kommende Saison direkt wieder verleihen, lassen Gnabry kalt. Von der TSG Hoffenheim, Bayer Leverkusen oder Schalke 04 war zuletzt die Rede. "Ich konzentriere mich auf jedes Spiel. Egal, was drumherum ist, egal, was mit den Vereinen ist. Ich versuche einfach, mein Bestes für die Mannschaft zu geben", sagt er.

Das klappte gleich im ersten Versuch bestens, schon am Mittwoch soll gegen Dänemark (20.45 Uhr im LIVETICKER) der zweite Schritt in Richtung Halbfinale folgen. "Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Wir haben uns vorgenommen, mit drei Siegen Gruppenerster zu werden", sagte Gnabry, der in Polen noch viel vor hat: "Wir werden sehen, was am Ende rauskommt."

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