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Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger 2004 und heute. ZUM DURCHKLICKEN: Die Weltmeister im SPORT1-Zeugnis
Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger 2004 und heute. ZUM DURCHKLICKEN: Die Weltmeister im SPORT1-Zeugnis © SPORT1

Rio de Janeiro und Berlin - Zehn Jahre spielen Schweinsteiger und Podolski bis zum Titel für Deutschland. Was bleibt, ist die Frage, ob eine weitere Weltmeisterschaft für die beiden folgt.

Vor zehn Jahren waren sie die Zwei-Mann-Boygroup des deutschen Fußballs. Sie waren jung und wild. Man nannte sie Poldi und Schweini.

Im Juni 2004 feierten Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski ihr Debüt im DFB-Team.

Im Juli 2014 sind sie dort angekommen, wovon jeder Fußballer träumt. Sie sind Weltmeister.

"Dafür spielt man Fußball. Zehn Jahre warten wir auf diese Scheiße, und jetzt haben wir das Ding", sagte Podolski nach dem epischen 1:0-Sieg im Finale gegen Argentinien grinsend.

Auf dem Rasen des Maracana in Rio erinnerten Podolski und Schweinsteiger in der Stunde ihres größten Triumphs an ihren gemeinsamen Anfang in der Nationalelf.

Mit dem Auto zu Völler

"2004 sind Bastian und ich mit dem Auto zu Rudi Völler gefahren", erzählte Podolski. Kurz vor den beiden hatte Philipp Lahm sein Debüt in der Nationalelf gegeben.

Zusammen mit Miroslav Klose spielten Podolski, Schweinsteiger und Lahm bei der Europameisterschaft in Portugal.

Doch die DFB-Auswahl war weit davon entfernt, den Titel gewinnen zu können. Sie schied in der Vorrunde aus.

 

Aber machte in der Folgezeit deutliche Fortschritte. Völlers Nachfolger Jürgen Klinsmann entwickelte mit Co-Trainer Joachim Löw das Team weiter und holte neue Spieler dazu.

Per Mertesacker debütierte unter Klinsmann und gehörte schon zwei Jahre später zur Stammformation.

Bei der WM in Deutschland fehlte der jungen deutschen Mannschaft im Halbfinale gegen Italien die Erfahrung.

"Am Anfang waren wir noch nicht so weit, in den letzten Jahren waren wir dann schon etwas weiter", sagte Podolski rückblickend.

Bei der EM 2008 führte Löw das DFB-Team bei seinem ersten Turnier als Bundestrainer bis ins Finale. Doch bei der WM 2010 und der EM 2012 war jeweils im Halbfinale Schluss.

Es kamen Zweifel auf, ob die Goldene Generation um Podolski, Schweinsteiger und Lahm ihre Karrieren in der Nationalmannschaft jemals vergolden würde. Auch im Verein hatte es lange danach ausgesehen.

Schweinsteiger und Lahm spielten in den vergangenen vier Jahren in drei Champions-League-Finals. 2010 verloren die Münchner gegen Inter Mailand, 2012 erlebten sie gegen Chelsea ihr Trauma dahoam.

Podolski und Schweinsteiger vor dem Heimflug:

"Wir waren soweit"

2013 triumphierten die Bayern dann schließlich in London gegen Borussia Dortmund. "

Wir haben viele Erfahrungen in großen Spielen sammeln können. Das hilft einem ungemein, wenn es drauf ankommt", sagte Schweinsteiger.

In Rio de Janeiro haben Schweini, Poldi, Lahm, Klose und Mertesacker alle Zweifel weggewischt. "Dieses Mal waren wir soweit, um das Ding zu holen", schilderte Podolski.

Doch dann wurde er kurz nachdenklich.

"Vielleicht war es meine letzte Chance, diesen Titel zu holen", meinte der 29-Jährige. Der Gedanke ist nicht unbegründet.

Zum einen wäre der Arsenal-Profi bei der nächsten WM in Russland schon 33. Zum anderen dürfte er es schwer haben, sich angesichts der jugendlichen Konkurrenz noch einmal zu behaupten.

Vielleicht die letzte WM

Auf dem Platz war Podolski in Brasilien nur Ersatzmann, als Stimmungsmacher ist und bleibt er aber erste Wahl.

Schweinsteiger ist seinem Kumpel schon vor Jahren sportlich davongezogen. In Brasilien und speziell im Finale zeigte er, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Und auch in Zukunft noch sein kann.

"Ich bin 29, das ist ein gutes Alter. Ich kann sicher noch eine WM spielen", hatte der Bayer schon vor dem Finale gesagt.

Das gilt eigentlich auch für Philipp Lahm. Der Kapitän zeigte in Brasilien keinerlei Zeichen von Müdigkeit und kann noch ein paar Jahr auf Weltklasse-Niveau spielen.

Dennoch: Jünger wird auch Lahm nicht. "Ich bin mir bewusst, dass es sein kann, dass dies meine letzte WM ist", sagte er vor dem Finale.

Laufbahn gekrönt

In Rio krönte er seine Laufbahn, genauso wie Schweinsteiger, Podolski, Klose und Mertesacker.

"Am Ende stehst du da als Weltmeister. Es ist ein unglaubliches Gefühl", sagte Lahm.

"Das haben wir jetzt geschafft", meinte Podolski. "Wenn man einmal Weltmeister ist, das kann man einem nicht mehr nehmen."

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