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Christoph Daum
Christoph Daum verpasste mit Rumänien nur knapp den Sieg gegen Montenegro © Getty Images

Christoph Daum verpasst den Sieg in seinem Pflichtspieleinstand als rumänischer Nationaltrainer. Dennoch ist er zuversichtlich. In England herrscht Erleichterung.

Es war die 96. Minute im WM-Qualifikationsspiel zwischen Rumänien und Montenegro. Rumäniens Nationaltrainer Christoph Daum stand voller Anspannung an der Seitenlinie. Elfmeter für seine Mannschaft, die Chance auf ein gelungenes Pflichtspieldbüt als Cheftrainer.

Doch dann versagten Nicolae Stanciu die Nerven. Der Ball flog über das Tor, der Fehlschuss brachte den früheren deutschen Meistercoach beim 1:1 (0:0) gegen Montenegro um die Maximalausbeute zum Auftakt.

Nicolae Stanciu liegt am Boden
Am Boden: Nicolae Stanciu vergibt den Sieg für Rumänien © Getty Images

Daum sackte an der Seitenlinie kurz in sich zusammen, gewann aber wenig später schon wieder die Fassung. "Shit happens", sagte der 62-Jährige in der Pressekonferenz und lächelte dabei gequält. Adrian Popa (85.) hatte Rumänien in Führung gebracht, Stevan Jovetic (87.) kurz später ausgeglichen.

Daum reagierte gefasst. "Er hätte der Held sein können, aber wir sollten ihm keine Vorwürfe machen", sagte der Coach über Stanciu. Im Juli hatte der ehemalige Bundesligacoach den Trainerjob beim EM-Teilnehmer übernommen. Nach dem durchwachsenen Auftakt versuchte er, Optimismus zu verbreiten: "Es ist alles offen, die Qualifikation kann man nicht im ersten Spiel gewinnen."

England nach spätem Sieg erleichtert

Gleiches gilt auch für England, doch der erfolgreiche Start sorgte sogleich für die erhoffte Aufbruchstimmung. "The Journey Begins Here" hatte sich der Verband Football Association (FA) zum Beginn der Ära Allardyce auf die Fahnen geschrieben, die Sehnsucht nach neuem Ruhm ist riesengroß.

Trainer Sam Allardyce fühlte sich nach dem Lucky-Punch der Three Lions genauso geschlaucht wie sein Kapitän und Rekordspieler Wayne Rooney. "Es war am Ende ein ziemliches Nervenspiel, denn in Überzahl mussten wir einfach gewinnen", sagte der 61 Jahre alte Teammanager der Engländer mit müden Augen. Und einem zufriedenen Lächeln im Gesicht.

Kurz zuvor hatte Adam Lallana den Nachfolger von Roy Hodgson beim 1:0 (0:0)-Sieg in der Slowakei erst in der fünften Minuten der Nachspielzeit erlöst - ein Szenario, das auch dem neuen Rumänien-Coach Christoph Daum auf dem erhofften Weg nach Russland 2018 winkte.

Nur Shilton ist vor Rooney

Einer der weiter alles für England geben wird, ist Leader Wayne Rooney, der mit seinem 116. Pflichtspiel an David Beckham vorbeizog und nun englischer Feldspieler mit den meisten Länderspiel-Einsätzen ist. "Herzlichen Glückwunsch, Kumpel", schrieb Beckham via Instagram.

Nur noch Torwart-Ikone Peter Shilton (125) liegt vor Rooney. Diesen könnte der Star von Manchester United überflügeln, wenn er die Weltmeisterschaft im übernächsten Sommer spielt - doch bis Russland ist der Weg extrem steinig, nur der Gruppenerste qualifiziert sich direkt.  

Dies ist auch für Tschechien das große Ziel, doch der laut Bundestrainer Joachim Löw gefährlichste Gruppengegner von Weltmeister Deutschland patzte gleich im ersten Duell. In Prag trennte sich das Team von Trainer Karel Jarolim 0:0 von Nordirland und liegt nach dem 1:0 (1:0)-Sieg von Aserbaidschan in San Marino erstmal nur auf Rang drei der Gruppe C.

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