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FBL-WC-2018-NOR-GER
Thomas Müller (Nummer 13) feiert seinen Treffer zum 1:0 gegen Norwegen © Getty Images

Oslo - Der Stürmer beendet gegen Norwegen seine Torflaute in der Nationalelf auf beeindruckende Art und Weise. Einem Teamkollegen verhilft er zu seinem ersten Länderspieltor.

Es müllert wieder: Weltmeister Deutschland hat dank Torjäger Thomas Müller auf dem langen Weg zur Titelverteidigung in Russland 2018 den erhofften Traumstart hingelegt.

Die bestens aufgelegte Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw bezwang ein überfordertes Norwegen in Oslo nach einer sehr souveränen Vorstellung mit 3:0 (2:0) (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Müller beendete nach 603 Minuten ohne Tor seine Durststrecke in der DFB-Elf und brachte diese in Führung (15.). Nach dem 2:0 durch den ersten Länderspieltreffer des starken Joshua Kimmich (45.) legte der überragende Münchner Angreifer seinen 34. Länderspieltreffer nach (60.) (Die Tabelle der Gruppe C).

"Grundsätzlich haben wir ein gutes Auswärtsspiel gemacht, so wie wir es wollten. Wir haben Tore erzielt, es hätten mehr sein können. Aber bei unserer Qualität ist immer Luft nach oben", sagte Müller, der in der deutschen Torjägerliste am legendären Fritz Walter (33) vorbeizog.

Auch Löw war mit seinem Stürmer zufrieden, verpasste ihm aber eine kleine Spitze: "Es wäre mir lieber gewesen, wenn Thomas Müller bei der EM getroffen hätte, aber heute war es natürlich auch wichtig", sagte Löw: "Wir haben das gut gemacht und sehr souverän gespielt. Norwegen war heute nicht der stärkste Gegner, aber auch weil wir gut gestanden und denn Ball gut laufen gelassen haben."

Löw vertraut Weltmeistern

Löw vertraute im ersten Spiel der WM-Qualifikation vor 26.000 Zuschauern im ausverkauften Ullevaal-Stadion neben Müller acht weiteren Helden von Rio 2014. Kimmich und Jonas Hector auf den defensiven Außenbahnen waren die einzigen beiden Spieler in der Startelf, die nicht zum Triumph in Brasilien beigetragen hatten. Und der Bundestrainer kehrte nach dem Test gegen Finnland (2:0) auch wieder zum gewohnten 4-2-3-1-System zurück (Der Spielplan der Gruppe C).

 Allerdings hatte er seine Stars zuvor ermahnt, nur ja nicht wieder in alte Gewohnheiten zu verfallen. Und so dürfte Löw trotz des ungefährdeten Sieges nicht restlos zufrieden gewesen sein. Das von ihm geforderte schnellere Umschalten in den Angriffsmodus nach Balleroberungen glückte nicht durchgehend. Außerdem mangelte es in Abwesenheit von Stoßstürmer Mario Gomez vor dem Tor bisweilen an der erhofften Schärfe. Müllers Gala überdeckte diesen Schönheitsfehler.

Nur kleinere Mängel

Ansonsten agierte Löws Mannschaft in Oslo auf höchstem Niveau. Nächste Gelegenheit, die kleineren Mängel zu beheben, erhalten der neue Kapitän Manuel Neuer und Co. im Oktober gegen die EM-Teilnehmer Tschechien und Nordirland, die wohl stärksten Gegner in Quali-Gruppe C, die Deutschland nun anführt. Nur der Sieger bucht ein Direkt-Ticket zur WM nach Russland, wo im Finale am 15. Juli 2018 in Moskau der fünfte Stern her soll.

Entsprechend engagiert ging die Mannschaft die Aufgabe an. Von Norwegen, das auf Kapitän Per Ciljan Skjelbred von Hertha BSC verzichten musste, hatte sie kaum etwas zu befürchten. Die Nummer 50 der Welt gewährte im Mittelfeld viele Freiheiten, ihre Kontertaktik verfing nicht. Nach einem missratenen Klärungsversuch von Kimmich hatte der frühere Gladbacher Joshua King dennoch die Chance zum Ausgleich. Sein Schuss, nach dem sich Neuer vergeblich streckte, strich knapp übers Tor (24.).

Götze mit Problemen

Auf der anderen Seite tat sich Mario Götze als "falsche Neun" äußerst schwer. Löw hatte keine Alternative, weil neben Gomez auch Weltmeister André Schürrle, Marco Reus, Leroy Sane und Kevin Volland fehlten. Und so wurde wie beim EM-Aus im Halbfinale gegen Frankreich vor zwei Monaten auch in Oslo eine feste Anspielstation im Angriffszentrum vermisst - eben ein echter Stürmer, der Gegner bindet und wirkliche Torgefahr ausstrahlt. Müller gab wie gewohnt mehr den Schleicher und Raumdeuter - diesmal allerdings auch sehr erfolgreich.

Das dürfte auch Bastian Schweinsteiger nicht entgangen sein, der beim ersten Länderspiel nach seinem Abschied vor dem Fernseher die Daumen drückte ("Viel Erfolg bei der WM-Quali, Jungs!"). Dennoch reichte es locker, um Hertha-Keeper Rune Jarstein, der Orjan Nyland (FC Ingolstadt) im norwegischen Tor verdrängt hatte, gleich mehrfach zu überwinden.

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