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Valon Berisha (r.) erzielte in Finnland das erste WM-Qualifikationstor des Kosovo überhaupt © Getta Images

München - Weil zu Hause kein geeignetes Stadion zur Verfügung steht, muss der Kosovo sein erstes Heimspiel in der Fremde austragen. Es ist nicht das einzige Problem des FIFA-Neulings.

Heimpremiere mit Auswärtsspiel - die so skurrile wie auch noch kurze Fußball-Geschichte des Kosovo geht am Donnerstag mit einer weiteren Kuriosität weiter.

Da kein Stadion in der erst acht Jahre alten Republik die FIFA-Vorgaben erfüllt, muss das erste offizielle Heimspiel in der WM-Qualifikation gegen Kroatien (ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) im albanischen Shkodra stattfinden.

"Das ist irgendwie bezeichnend für unsere Lage, aber wir nehmen das an. Auch weil wir wissen, dass viele Fans uns begleiten werden", sagt Nationaltrainer Albert Bunjaki vor der Partie im Loro-Borici-Stadion.

Achtbarer Start in die Quali

Mut macht den Spielern aus der einstigen jugoslawischen Teilrepublik auch der mehr als achtbare sportliche Auftakt in der Qualifikation für Russland 2018. Im September in Turku rangen die Kosovaren Gastgeber Finnland beim 1:1 einen hochverdienten Punkt ab und waren dabei dem Sieg näher als die Skandinavier.

Und auch gegen Kroatien rechnet man sich durchaus etwas aus. Schließlich fehlen beim EM-Teilnehmer die beiden Superstars Luka Modric und Ivan Rakitic ebenso verletzungsbedingt wie Marko Pjaca von Italiens Rekordmeister Juventus Turin.

Der kroatische Trainer Ante Cacic will für sein Team allerdings keine Ausreden gelten lassen. Er fordert von seinem Team ein "inspirierendes" Match gegen den Gastgeber.

"Die Zuschauer werden auf der Seite der Kosovaren sein, ich erwarte eine höllische Atmosphäre. Unsere Jungs sind das gewohnt und genießen das", so Cacic.

Serbien lehnt Kosovo-Unabhängigkeit ab

Die Partie in Albanien ist für die 1,8 Millionen Einwohner des Kosovo auf jeden Fall der vorläufige Höhepunkt eines Marsches durch die sportpolitischen Institutionen.

Nur knapp mit 28:24-Stimmen hatte die Europäische Fußball-Union (UEFA) den Kosovo im Mai als 55. Mitglied aufgenommen. Zehn Tage später zog die FIFA nach, für das 210. Mitglied votierten bei dieser Abstimmung 141 Verbände, 23 stimmten dagegen.

Aber immer noch bekämpft Serbien die (sportliche) Unabhängigkeit des Kosovo, über eine entsprechende Klage dürfte der Internationale Sport-Gerichtshof CAS bis Ende des Monats entscheiden.

"Der Kosovo gehört zur Serbien, alles andere ist unannehmbar", erklärte dazu Milovan Drecun, Vorsitzender des sogenannten Kosovo-Ausschusses im serbischen Parlament.

Die Ukraine verzichtet auf ihr Heimrecht

Tatsächlich sind die politischen Störfeuer noch längst nicht erloschen. UEFA und FIFA vermeiden es vorerst, dass es zu offiziellen Begegnungen zwischen dem Kosovo und Serbien sowie Bosnien-Herzegowina kommt. Beide Staaten lehnen ebenso wie Russland und die Ukraine die politische Selbstständigkeit des jungen Staates ab.

Zu einer weiteren Kurosität kommt es deshalb am Montag. Dann trägt die Ukraine ihr Heimspiel gegen den Kosovo aus (ab 18 Uhr im LIVETICKER), weigert sich aber, den jungen Staat auf ukrainischem Boden zu empfangen.

Die Ukraine verzichtet deshalb auf ihr Heimrecht und wird das WM-Quali-Spiel gegen den Kosovo in Krakau im benachbarten Polen austragen - ein Novum in der europäischen Fußballgeschichte. Mit der Austragung in Polen verzichtet die Ukraine sogar auf die Unterstützung der eigenen Fans, denn die polnischen Sicherheitsbehörden wollen höchstens 1000 Zuschauer ins Stadion lassen

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