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Bei der EM 2016 wurde der Nordire Will Grigg zum Kultstürmer - obwohl er keine Sekunde spielte © Getty Images

Hannover - Nordirland muss in der WM-Quali in Deutschland auf seinen Kultstürmer verzichten, dabei ist Grigg in bestechender Form. Hoffnung macht ein Bankdrücker aus England.

Kult-Stürmer Will Grigg war sogar auf dem Münchner Oktoberfest in aller Munde. Der EM-Song über den nordirischen Nationalspieler war auf der Wiesn ein Hit, obwohl Grigg bei der Europameisterschaft keine Sekunde gespielt hatte.

Wenn die Boys in Green am Dienstag (ab 20.15 Uhr im LIVETICKER) in Hannover zur EM-Revanche gegen Weltmeister Deutschland antreten, sieht Grigg wieder nur zu - und das, obwohl Trainer Michael O'Neill diesmal fest mit ihm geplant hatte.

Grigg tatsächlich "on fire"

"Das ist ein echter Schlag", sagte O'Neill über die Absage von Grigg, dieser sei zuletzt tatsächlich "on fire", also gut drauf gewesen - und habe "die beste Chance seit langem auf einen Platz in der Startelf gehabt". Doch weil "Griggsy" vor Kurzem erst Vater geworden ist, gestattete ihm der Coach eine Baby-Pause. "Widerwillig", wie er sagte.

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O'Neill weiß, dass er gegen die übermächtigen Deutschen jeden Mann braucht. "Alles, was wir gegen Deutschland mitnehmen, ist ein Bonus, das ist wie gegen Barcelona spielen zu müssen", sagte er.

Nordirische Torflaute

Nur gut, dass Kyle Lafferty wieder in Form gekommen ist. Die etatmäßige Nummer 9 erzielte beim 4:0 (1:0) gegen Fußball-Zwerg San Marino am vergangenen Samstag zwei Jokertore - seine Treffer Nummer acht und neun im elften Qualispiel. Bei Norwich City saß Lafferty zuletzt auf der Tribüne.

"Wir können darüber reden, bis wir schwarz werden, aber es ändert nichts: Wir brauchen Kyle spielfitter, als er es im Moment ist, und das weiß er auch", sagte O'Neill. Im Angriff hakt es also, das belegen auch die Zahlen: In fünf der vergangenen sieben Länderspiele blieb Nordirland ohne eigenen Treffer.

Nordirland ohne Druck

Nach dem 0:0 zum Auftakt der WM-Qualifikation in Prag gegen Tschechien und dem einfachen Sieg gegen San Marino ist der Weltranglisten-30. dennoch auf Kurs. In Hannover, sagte O'Neill, hätte sein Team "nichts zu verlieren. Deutschland wird das Spiel an sich reißen. Es wird entscheidend sein, wie wir damit umgehen und ob es uns gelingt, sie auszuschalten."

Aber, betonte der Coach, "wenn dir das in einem Aspekt gelingt, machen sie dir in einem anderen Probleme. Das liegt an der schieren Qualität ihrer Spieler." Sein Kollege Joachim Löw könne nach dem starken 3:0 gegen die Tschechen "acht Spieler rausnehmen, ich habe da wesentlich mehr Kopfzerbrechen".

Hoffen auf ein Wunder wie 1983

Deshalb wird er wie bei der EM einen ultradefensiven Stil wählen. Damals unterlagen die Nordiren im letzten Gruppenspiel nur 0:1 und sicherten sich sensationell einen Platz im Achtelfinale, wo erst ein Eigentor von Gareth McAuley das Aus gegen Wales (0:1) besiegelte.

O'Neill hofft jetzt auf das nächste Fußball-Wunder. "Wir wären nicht die Ersten, die in Deutschland einen Punkt holen", sagte er - und hat Recht: 1983 brachte Nordirland der DFB-Auswahl in Hamburg die erste Heimniederlage in einer Quali bei (0:1).

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