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Jürgen Klinsmann verliert mit den USA das mit Spannung erwartete Qualifikationsspiel gegen Mexiko. Die Partie war nicht nur aus sportlichen Gründen brisant.

Jürgen Klinsmann hat mit den USA das mit Spannung erwartete und politisch aufgeladene Qualifikationsspiel für die WM 2018 in Russland gegen Mexiko verloren.

Die US-Amerikaner verloren in Columbus mit 1:2 (0:1) und mussten damit das Ende einer beeindruckenden Serie hinnehmen. In Columbus hatten die USA die vergangenen vier Qualifikationsspiele gegen den Rivalen gewonnen, weswegen man die Stadt auch dieses Mal bewusst ausgewählt hatte. Im Bundesstaat Ohio gibt es nur wenige Einwanderer aus Mexiko, die Heimspielatmosphäre war dem Klinsmann-Team sicher.

Die Partie war auch wegen der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten brisant.

Trump hatte im Wahlkampf immer wieder gegen den südlichen Nachbarn gehetzt und unter anderem erklärt, dass aus Mexiko "Kriminelle" und "Vergewaltiger" kommen. Zudem hat der bald mächtigste Mann der Welt weiter im Sinn, eine hunderte Kilometer lange Grenzmauer auf Kosten der mexikanischen Regierung bauen zu lassen.

Kapitän Marquez schockt Klinsmann

"Es geht um mehr als nur um Fußball", hatte Klinsmann vor der "einzigartigen" Partie gesagt. US-Torwart Tim Howard hatte ergänzt, dass Mexiko versuchen werde, "uns in den Hintern zu treten".

In der Nacht auf Samstag stand aber vor allem das sportliche Geschehen im Vordergrund.  Vor dem Spiel posierten beide Teams Arm in Arm für ein gemeinsamen Mannschaftsfoto und sendeten damit ein deutliches Zeichen der Gemeinschaft. Anschließend besiegte Mexiko den "Fluch von Columbus", nachdem sie zuvor an gleicher Stätte viermal in Folge mit 0:2 verloren hatten.

Miguel Layon hatte die Gäste in Führung gebracht, Bobby Wood vom Hamburger SV vier Minuten nach der Pause ausgeglichen. Als viele mit einem Unentschieden rechneten, schlug Rafael Marquez zu. Der inzwischen 37 Jahre alte Routinier köpfte den Ball in der 89. Minute zum Sieg in die Maschen. In der Nachspielzeit flog Mexikos Carlos Salcedo noch vom Platz.

USA nun gegen Costa Rica

"Vielleicht haben sie jetzt eine schlechte Zeit", sagte Matchwinner Marquez nach der Partie: "Es ist lange her, dass wir hier ein gutes Spiel gezeigt haben. Das war sehr wichtig für uns." Klinsmann ergänzte: "Die zweite Halbzeit war wirklich gut. Wir haben nur vergessen, weitere Treffer zu machen."

Mexiko steht nach dem ersten Spieltag auf Platz zwei der Sechsergruppe, die USA sind Vierter. Die ersten drei Teams qualifizieren sich direkt für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland, der Vierter muss trifft in den Play-offs auf den Fünften der Asien-Qualifikation.

Weiter geht es am Dienstag (Ortszeit), wenn Klinsmann mit den US-Boys bei Tabellenführer Costa Rica antritt. Mexiko reist nach Panama. Die Botschaft ist klar: Wir brauchen drei Punkte. Wir haben Wut in uns, die wollen wir herauslassen", sagte der 52-Jährige mit Blick auf die Reise nach Mittelamerika und ergänzte: "Wenn wir aber so spielen wie in der zweiten Halbzeit, bin ich nicht besorgt." Mexiko reist nach Panama.

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