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FIFA-Präsident Gianni Infantino macht sein Wahl-Versprechen wahr: Ab 2026 wird die WM mit 48 statt bislang 32 Mannschaften gespielt. Eine wichtige Frage ist noch nicht geklärt.

Die Mega-WM kommt! Gegen den Widerstand aus Deutschland hat die FIFA am Dienstag im Eilverfahren die Aufstockung des WM-Teilnehmerfeldes von 32 auf 48 Mannschaften beschlossen. Ab 2026 wird das neue Format mit 16 Gruppen à drei Mannschaften gespielt. Das Geschacher um die Plätze beginnt.

"Das FIFA-Council hat einstimmig die WM mit 48 Teilnehmern ab 2026 beschlossen", teilte der Mediendienst des Weltverbandes via Twitter um 10.35 Uhr mit. Details sollen im Laufe des Tages veröffentlicht werden. Die entscheidende Council-Sitzung in Zürich hatte um 9.00 Uhr begonnen.

Die WM-Aufstockung war nach der Wahl von Gianni Infantino zum FIFA-Präsidenten im vergangenen Februar quasi nicht mehr zu verhindern. Der Schweizer hatte den "Kleinen" unter den 211 FIFA-Nationen im Wahlkampf eine WM mit (mindestens) 40 Teilnehmern versprochen, das musste Infantino so schnell wie möglich einlösen.

Entsetzen bei DFB-Legenden

Allerdings hielt sich der Widerstand in Grenzen. Die lauteste Kritik kam aus Deutschland und der Bundesliga, die Macher hätten gerne am bewährten Format mit 32 Teams festgehalten.

"Ich finde das bisherige WM-Format mit 32 Mannschaften immer noch gut und kann aus rein sportlicher Sicht einer Aufstockung gar nichts abgewinnen", sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Die EM 2016 in Frankreich habe nicht zu einer Steigerung der Qualität beigetragen, im Gegenteil. "Da gab es viele zähe Spiele, bei denen sich Mannschaften vor dem eigenen Tor geradezu verschanzt haben. Der Fußball ist dadurch nicht attraktiver geworden. Man sollte das Rad nicht überdrehen", warnte Löw.

"Das finde ich ganz schlecht. Das wird derart langatmig", sagte Ehrenspielführer Uwe Seeler: "Das wird für den Fußball nicht gut sein - aber es war klar, dass es kommen würde, denn damit kann man ein paar Mark mehr machen."

Ex-Bundestrainer Berti Vogts war am Dienstag gar "sehr, sehr erschrocken". Die FIFA-Entscheidung sei "furchtbar", sagte er: "Wenn man die WM zugrunde richten will, muss man diesen Weg weitergehen. Das ist nicht mehr meine WM. Was soll das bloß? Es ist ganz schlimm."

Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verstand nicht, "warum man diese Entscheidung jetzt übers Knie brechen muss". Nun gehe es darum, sich "mit den anderen Nationen der Europäischen Fußball-Union abzustimmen", sagte Grindel: "Und dann versuchen zu sehen, dass wir die Fragen, die noch nicht geklärt sind, im Interesse des Fußballs lösen."

"Konzentration auf Teilnehmerplätze"

Zum größten Politikum wird in den kommenden Monaten die Anzahl von Startplätzen pro Konföderation werden. Alle wollen ein größeres Stück vom Kuchen, die UEFA wird auf mindestens zwei bis drei WM-Startern mehr als bisher (13, 2018 plus Gastgeber Russland) bestehen.

"Ich habe schon auch versucht, darauf aufmerksam zu machen, dass wir uns sehr stark auf die Frage der Teilnehmerplätze konzentrieren müssen", sagte Grindel: "Das ist für die Nationen in der UEFA wichtig. Dass, wenn andere eine Chance haben, ihren Fußball in Afrika und Asien zu entwickeln, das auch für die Nationen und Verbände der UEFA gelten muss."

Es gehe um eine "deutliche Postion" der UEFA im FIFA-Council.

Ein deutscher Vertreter saß am Dienstag aufgrund der Ethik-Sperre und des damit verbundenen Rücktritts von Ex-DFB-Chef Wolfgang Niersbach nicht am Council-Tisch. Grindel rückt erst im Frühjahr in das wichtigste Gremium nach.

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