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Argentinien fährt dank Lionel Messi nach Russland. Nach dem 3:1 in Ecuador wird der Erlöser gefeiert. Er selbst spricht über seine Ängste, die WM zur verpassen.

Der Messi(as) als Erlöser: Lionel Messi hat Argentinien mit drei Toren beim 3:1 (2:1) in Ecuador auf den letzten Drücker doch noch zur WM-Endrunde in Russland geschossen.

"Wir sind so glücklich. Es wäre verrückt gewesen, wenn wir es nicht geschafft hätten", sagte Messi nach dem wichtigen Sieg.

Der bärenstarke Superstar des FC Barcelona verhinderte mit seinem Dreierpack (12., 20. und 62. Minute) ein historisches Debakel für den Vize-Weltmeister, der zuletzt vor 47 Jahren eine WM (1970 in Mexiko) verpasst hatte.

"Der Fußball schuldet Leo einen WM-Titel. Er hat wieder gezeigt, warum er der Beste ist", schwärmte Argentiniens Nationaltrainer Jorge Sampaoli von seinem Retter. Die Tageszeitung Ole hob Messi "auf die Höhe Gottes", während El Grafico den 30-Jährigen als "Superhelden" feierte.

Messi und seine Mitspieler feierten die erfolgreiche WM-Qualifikation vor der argentinischen Fankurve © Getty Images

Bevor jedoch die große One-Man-Show in Quito begann, bekam die Albiceleste, die nur als Tabellensechster in den finalen Spieltag gegangen war, eine kalte Dusche verpasst.

"Ich wollte sterben"

Romario Ibarra brachte die Hausherren nach nur 38 Sekunden in Führung.

"In diesem Moment wollte ich sterben. Nach diesem Tor gingen mir unzählige Dinge durch den Kopf", berichtete Messi im Nachhinein und gab zu: "Die Angst vor dem Aus war da." (WM-Quali: Die Tabelle von Südamerika)

Anders als vier Tage zuvor beim 0:0 gegen Peru, als er noch am Aluminium verzweifelt war, sollte dem Linksfuß an diesem Abend aber alles gelingen.

Seine drei Treffer katapultierten Argentinien (28 Punkte) auf Platz drei der südamerikanischen Qualfiikationsgruppe hinter Brasilien (41 Punkte) und Uruguay (31 Punkte).

"Wir hätten schon vorher alles klar machen können. Es tut uns leid, dass wir unsere Landsleute so lange leiden lassen mussten", sagte Messi, der monatelange gegenüber der heimischen Presse geschwiegen hatte.

Sein ehemaliger Barca-Teamkollege, der brasilianischer Superstar Neymar ("Ich freue mich für meinen Freund"), gratulierte dem einmal mehr überragenden Fußball-Magier der Gauchos aus der Ferne. 

James schießt Kolumbien zur WM

Dagegen blieb am letzten Eliminatorias-Spieltag der amtierende Südamerika-Meister Chile nach einem 0:3 (0:0) beim zuvor bereits qualifizierten Rekord-WM-Champion Brasilien auf der Strecke.

Uruguay mit einem 4:2 (2:1) gegen Bolivien und Kolumbien dank eines Treffers des Münchners James beim 1:1 (0:0) in Peru sicherten sich ebenfalls ein Direktticket für das Turnier im kommenden Jahr.

James schoss Kolumbien nach Russland © Getty Images

Für Peru steht als Abschlussfünfter die WM-Tür nach dem Ausgleich durch den Ex-Bundesliga-Star Paolo Guerrero (München, Hamburg) gegen den Ozeaniensieger Neuseeland in den Play-offs noch offen.

Paraguay verspielte seine letzte Chance mit einem 0:1 (0:0) gegen das zuvor erst einmal siegreiche Schlusslicht Venezuela.

Nach Chile-Pleite: Vidal kündigt Rücktritt an

Nach den Copa-America-Triumphen 2015 und 2016 sowie der Confed-Cup-Niederlage vor wenigen Wochen gegen Deutschland bei der WM-Generalprobe in Russland endete für Chiles "goldene Generation" mit den Gegentoren der Selecao-Stars Paulinho (55.) und Gabriel Jesus (57., 90.) die erfolgreichste Epoche der Verbandsgeschichte.

Trainer Juan Antonio Pizzi verkündete noch in der Kabine seinen Abschied. "Vielen Dank, Jungs, für alles", twitterte aus der Ferne der Münchner Arturo Vidal, der in Sao Paulo "La Roja" wegen einer Gelbsperre fehlte.

Der "Krieger" befeuerte damit sein schon vor Wochen angekündigtes baldiges Ende der Länderspielkarriere.

Vidals Zeit in der chilenischen Nationalelf neigt sich dem Ende zu © Getty Images

Leverkusens Charles Aranguiz lief immerhin elf Tage nach seinem Muskelfaserriss im Ligaspiel gegen Schalke 04 eine Halbzeit lang auf. Aber das wohl gegen den ausdrücklichen Willen der Werkself, weshalb ein Nachspiel droht.

In Lima sorgten ein Tor von James (56.) und eine Torheit seines Landsmannes David Ospina für den Endstand. Kolumbiens Schlussmann berührte in der 76. Minute einen eigentlich indirekt zu verwandelnden Freistoß von Guerrero, und machte damit den Ausgleich erst gültig.

Beim Sieg gegen Bolivien schoss Uruguay alle Tore, zwei davon ins eigene Gehäuse.

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