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Martin Kaymer bejubelt seinen überzeugenden Sieg gegen Bubba Watson

Gleneagles - Mit einem glänzend aufgelegten Martin Kaymer holt sich Europa in Gleneagles den dritten Triumph in Folge gegen die USA.

Erst trumpfte Martin Kaymer groß auf, dann feierte Europa den Ryder-Cup-Hattrick:

Mit Deutschlands Golfstar in blendender Verfassung hat der Gastgeber im schottischen Gleneagles seinen Titel erfolgreich verteidigt. Kaymer (29) bezwang in seinem Einzel den Amerikaner Bubba Watson nach einer bärenstarken Vorstellung mit 4 und 2.

Waliser macht den Sack zu

Den entscheidenden Punkt für die Europäer aber holte am Sonntag der Waliser Jamie Donaldson (LIVE-TICKER zum Nachlesen).

"Das war einer der besten Ryder Cups, den ich je gespielt habe", sagte Kaymer nach seinem dritten Triumph bei der dritten Teilnahme vor allem wegen der "unglaublichen Unterstützung" der Fans: "Das gibt einem noch einmal einen richtigen Schub. Man zeigt dann Emotionen, die man eigentlich nicht kennt. Die Partie dann so zu beenden, ist natürlich fantastisch."

Kaymer hatte seinen Erfolg mit einem herrlichen Chip vollendet, Ryder-Cup-Neuling Donaldson den für Europa notwendigen 14. Punkt später eingefahren (DIASHOW: Die besten Bilder vom Ryder Cup 2014).

Komfortable Führung

Die Europäer hatten sich vor dem Schlusstag in den acht Fourballs und Foursomes eine komfortable 10:6-Führung erspielt - und waren dennoch gewarnt .

1999 hatten sie in Brookline/Massachusetts den gleichen Vorsprung verspielt. Vor zwei Jahren waren es die Amerikaner in Medinah/Illinois gewesen, die bei diesem Ergebnis noch verloren.

Den entscheidenden Punkt hatte damals übrigens Kaymer verbucht, der am Sonntag die knifflige Aufgabe mit Masters-Champion Watson sichtlich entspannt in Angriff nahm.

Gareth Bale ist stolz auf seinen Landsmann

Tänzchen von Kamyer

Vor dem ersten Abschlag legte der Deutsche, der im Mutterland des Golfsports in den ersten beiden Tagen durchwachsene Leistungen gezeigt hatte, zur Freude der Fans sogar noch ein kleines Tänzchen hin.

Als es auf dem PGA Centenary Course still wurde, forderte Kaymer die 45.000 Zuschauer zu mehr Unterstützung auf - lautstarke "Europe, Europe"-Gesänge waren die Folge. Und die Euphorie sollte halten: Kaymer spielte sich zu Beginn in einen wahren Rausch und lag nach nur sechs Bahnen mit vier Lochgewinnen in Führung.

Auch danach blieb seine Vorstellung konstant stark - Watson hatte keine Chance mehr zu verkürzen.

Abbild der Saison

So war die wichtigste Veranstaltung im Golfsport für Kaymer eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle und damit ein Abbild seiner bisherigen Saison - geprägt von Höhen und Tiefen, von sensationellen und missratenen Schlägen. In den ersten beiden Tagen kam der ehemalige Weltranglistenerste dreimal, also so häufig wie bei seiner ersten Teilnahme 2010, zum Einsatz.

Dennoch schaffte er es in den Vierer-Partien insgesamt auf gerade einmal einen Punkt. Vor allem in den Fourballs, in denen jeder Golfer seinen eigenen Ball schlägt und das bessere Ergebnis einer Paarung gewertet wird, fand der Deutsche nicht zu seinem besten Spiel.

An der Seite des Dänen Thomas Björn kam er am Freitag trotz Führung bis zum letzten Loch nur zu einem Remis, am Samstag folgte dann ebenfalls mit Björn eine herbe Schlappe.

Verdienter Ausgleich

Als Glücksmoment dürfte hingegen die Foursome-Partie, bei der ein Ball abwechselnd geschlagen wird, vom Samstag in Erinnerung bleiben. Dort gelangen Kaymer und seinem englischen Spielpartner Justin Rose erst am letzten Loch der verdiente Ausgleich.

"Es war so aufregend. Ich habe ihm gesagt, dass wir unsere Fehler vergessen und jetzt diesen halben Punkt holen müssen", berichtete Kaymer rückblickend - es sollte nicht das letzte Erfolgserlebnis bleiben.

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