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Martin Kaymer ist nach Bernhard Langer der zweite Weltranglistenerste aus Deutschland
Martin Kaymer war nach Bernhard Langer der zweite Weltranglistenerste aus Deutschland

Von Dominik Laska

Es ist der wichtigste Mannschaftswettbewerb im Golf.

Es war der Nährboden für Dramen und die Geburtsstunde von Helden.

Angefangen mit einem Vergleich zwischen den USA und Großbritannien, entwickelte sich der Ryder Cup zu einer fast magischen Veranstaltung für Golf-Begeisterte aus aller Welt.

Vor zwei Jahren lochte Martin Kaymer in Medinah den entscheidenden Putt zum Sieg für das Team aus Europa (DIASHOW: Die besten Bilder vom Ryder Cup 2012).

Ein weinender Kapitän Jose Maria Olazabal, der seinem verstorbenen Freund und Mentor Severiano Ballesteros bei der Siegerehrung gedachte und ihm den Sieg widmete, sorgt noch heute für Gänsehautmomente.

Doch die Uhren haben sich weiter gedreht. Jetzt, zwei Jahre später, treffen die USA und Europa im Kontinentalvergleich erneut aufeinander. Das Team um US-Open-Sieger Kaymer will im schottischen Gleneagles den Titel erneut verteidigen, damit der begehrte Ryder Cup zwei weitere Jahre in Europa bleibt (DIASHOW: Der Countdown zum Ryder Cup).

SPORT1 hat die wichtigsten Fakten zum Ryder Cup zusammengefasst:

• Statistik:

Bis 1977 war der Ryder Cup ausschließlich ein Vergleich zwischen den USA und Großbritannien. Seit der Einführung im Jahr 1927 gewannen die USA dabei 18 Duelle, drei konnte das Team aus Großbritannien für sich entscheiden und eines endete Unentschieden.

Ab 1979 wurde das europäische Team auf den ganzen Kontinent ausgeweitet, was auch Auswirkungen auf die Statistik des Mannschaftsvergleiches hatte. Europa gewann neun der insgesamt 17 bisher ausgetragenen Vergleiche, eines endete Remis, nur sieben Mal triumphierten die US-Amerikaner.

Seit vier Jahren ist der Ryder Cup fest in europäischer Hand.

• Deutsche Erfolge im Ryder Cup:

Bernhard Langer ist bei weitem der erfolgreichste deutsche Teilnehmer im Ryder Cup.

Als aktiver Spieler gewann er sechs Mal die begehrte Trophäe, zudem führte er im Jahr 2004 das europäische Team als Kapitän zu einem deutlichen Triumph, als man die USA im Oakland Hills Country Club in Michigan mit 18 1/2 zu 9 1/2 schlagen konnte.

Martin Kaymer schickt sich an, in Langers Fußstapfen zu treten. Bei bisher zwei Teilnahmen (2010, 2012) konnte Kaymer am Ende zusammen mit dem europäischen Team jubeln.

2012 versenkte er im Medinah Country Club, im Match gegen Steve Stricker, den entscheidenden Putt zum Sieg und damit zur Titelverteidigung.

• Spielmodus:

An drei Tagen wird in drei verschiedenen Matchplay-Modi gespielt.

Insgesamt finden 28 Partien über 18 Löcher statt, wobei Freitag- und Samstagvormittag sogenannte "Foursomes", am Nachmittag "Fourballs" gespielt werden. Am endscheidenden Sonntag stehen zwölf Einzel auf dem Spielplan.

In den "Foursomes" spielen vier Spieler in Zweier-Teams gegeneinander. Es wird mit einem Ball abgeschlagen und die Teamkollegen schlagen abwechselnd.

Bei den "Fourballs" handelt es sich ebenfalls um ein Zwei-Mann-Format, jedoch wird hier mit zwei Bällen pro Team gespielt. Dabei wird nur der bessere der beiden Bälle eines Duos gewertet. Spielt also beispielsweise ein Spieler aus Team Europa ein Birdie und der andere nur ein Par, so wird das Birdie auf diesem Loch gewertet.

Am Sonntag finden traditionell die zwölf Einzel-Partien statt, in denen jeder Spieler eines Teams zum Einsatz kommt.

Alle Duelle werden im Matchplay-Format gespielt. Dabei wird jedes Loch einzeln gewertet und es geht darum, wer am Ende mehr Löcher für sich entscheiden kann. So kann es auch vorkommen, dass ein Match beispielsweise schon nach 14 Löchern entschieden ist. Zudem kann ein Match auch unentschieden ausgehen.

Für jedes gewonnene Match bekommt das Team einen Punkt. Ein Remis bringt einen halben Punkt.

Als Titelverteidiger benötigt Europa 14 Punkte zum Sieg, da der Ryder Cup bei einem Unentschieden traditionell beim Titelverteidiger bleibt. Die USA benötigen daher mindestens 14 1/2 Punkte zum Sieg.

• Die Teams:

Die Mannschaften stellen sich traditionell aus zwölf Spielern, einem Kapitän und bis zu vier Vize-Kapitänen zusammen.

Europa und die USA haben dabei verschiedene Qualifikationsmöglichkeiten. Neun Spieler konnten sich im Vorfeld direkt qualifizieren und drei weitere Spieler wurden durch den Kapitän (Captain's Pick) direkt ausgewählt.

Superstar Tiger Woods zog schon im Vorfeld zum Ryder Cup seine Teilnahme für das US-Amerikanische Team zurück. Im März dieses Jahres hatte sich Woods einer Rückenoperation unterzogen und in der Folge nicht mehr zurück zu alter Form gefunden. Für die Finalserie der PGA Tour hatte er sich gar nicht erst qualifiziert.

Trotz Spekulationen um eine mögliche Teilnahme Woods' entschied sich der 14-malige Major-Sieger freiwillig auf einen Captains' Pick zu verzichten.

• Die Aufgebote im Überblick:

Europa: Martin Kaymer, Rory McIlroy, Graeme McDowell (beide Nordirland), Henrik Stenson (Schweden), Victor Dubuisson (Frankreich), Jamie Donaldson (Wales), Sergio Garcia (Spanien), Thomas Björn (Dänemark), Justin Rose, Ian Poulter, Lee Westwood (alle England) und Stephen Gallacher (Schottland)

Kapitän: Paul McGinley

USA: Rickie Fowler, Jim Furyk, Jordan Spieth, Patrick Reed, Zach Johnson, Bubba Watson, Jimmy Walker, Matt Kuchar, Phil Mickelson, Keegan Bradley, Hunter Mahan und Webb Simpson

Kapitän: Tom Watson

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