vergrößernverkleinern
Marcel Siem
Dank eines Klasse-Schlags gewinnt Marcel Siem das Stechen in Schanghai

Als der Wind immer stärker wurde, kämpfte Marcel Siem wie ein Löwe gegen das "Monster" - und belohnte sich fürstlich.

Mit einem fantastischen Chip zum Birdie am ersten Loch des Stechens gegen den Franzosen Alexander Levy und den Engländer Ross Fisher gewann der Ratinger das BMW Masters in Chinas Wirtschaftsmetropole Shanghai.

Für seinen vierten Triumph auf der Europa-Tour kassierte der 34-Jährige 930.000 Euro, so viel wie noch nie in seinen 15 Jahren auf der Tour.

Fünf Bogeys auf der Schlussrunde

"Es war hart auf den zweiten neun Löchern. Der Platz war ganz anders zu spielen als an den anderen drei Tagen. Ein richtiges Monster, echt brutal bei dem Wind", sagte Siem, der nach dem Siegputt seine Anspannung herausschrie und die Faust immer wieder in die Höhe riss.

Gleich fünf Bogeys unterliefen ihm auf den zweiten neun Löchern. Insgesamt nur zwei waren es an den drei Tagen zuvor gewesen.

Doch es reichte, denn auch die anderen Spieler hatten am Schlusstag mit den widrigen äußeren Bedingungen zu kämpfen.

Kieffer weit abgeschlagen

Noch schlimmer als Siem erwischte es Alexander Levy, der mit einem Polster von fünf Schlägen auf Siem auf die letzten 18 Löcher gegangen war.

Nach sechs Bogeys und einem Doppel-Bogey an der 13 quittierte der Franzose am Ende eine 78. Der zweite Deutsche, Maximilian Kieffer aus Düsseldorf, benötigte gar 81 Schläge und landete mit 296 Schlägen auf dem 69. Platz.

Wie Levy hatte auch Ross Fisher im Playoff nach Siems tollem Chip noch die Chance, mit einem Putt gleichzuziehen. Doch beide schoben den Ball am Loch vorbei.

Erster Triumph nach zwei Knie-Operationen

"Ich dachte, dass ich mich mit dem Chip im Stechen halte, weil zumindest einer von beiden einlocht", sagte Siem zu den bangen Sekunden und meinte erleichtert: "Ein Chip-in ist immer cool, aber in einem Stechen natürlich noch viel cooler."

Auch sein Putting-Coach gratulierte via Twitter:

Siem hatte zuvor drei Turniersiege errungen: 2004 in Südafrika, 2012 in Frankreich und 2013 in Marokko.

Der vierte Triumph dürfte dem zweifachen Familienvater aber besonders guttun, auch weil er in diesem Jahr schon zwei Knie-Operationen hinter sich bringen musste.

Gleich noch mal in Schanghai

Im Race to Dubai, der Saisonwertung, katapultierte er sich nun auf Platz vier und hat damit seine Teilnahme am Tour-Finale vom 20. bis 23. November in Dubai sicher. In der Weltrangliste verbessert er sich von Rang 152 in die Top 70.

Zudem erhielt Siem Wildcards für zwei Turniere der hoch dotierten World Golf Championship. Für das erste muss Siem nicht einmal anreisen, sondern nur den Platz innerhalb Shanghais wechseln.

Von der Stätte des Triumphes im Lake Malaren Club geht es zum Sheshan International Club. Zudem erhält er einen Platz im Feld für das Turnier 2015 in Akron/Ohio.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel