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Tiger Woods blickt dem Golfball hinterher
Tiger Woods hat bislang 14 Major-Turniere gewonnen © getty

Windermere und München - Vor seinem Comeback am Donnerstag studiert Tiger Woods eifrig Videokassetten und stellt daraufhin seinen Schwung um.

Wenn nichts mehr hilft, greift man gerne mal in die Trickkiste.

Das hat sich wohl auch Tiger Woods gedacht. Und so holte der Golf-Superstar vor seinem Comeback nach fast viermonatiger Verletzungspause den alten VHS-Rekorder von Mutter Kultida aus dem Schrank, schob die verstaubten Kassetten ein und nahm seinen alten Schwung genau unter die Lupe.

Der Blick in die Vergangenheit brachte Hoffnung für die Zukunft. Mit seinem neuen Schwungtrainer Chris Como machte sich Woods seine alten Bewegungsabläufe zu eigen und meinte vor dem Auftakt der Hero World Challenge am Donnerstag in Windermere/Florida: "Es ist neu, aber es ist alt."

Will heißen: "Ich habe mich an meinen alten Schwung zurückerinnert. Der war noch in mir drin. Mein Körper fühlt sich dabei ganz relaxed an."

Langes Videostudium

Zwei Monate studierte Woods die alten Bänder ("Ich habe noch eine Menge davon"), am Ende auch mit dem neuen Mann an seiner Seite.

Am 22. November hatte Woods die neue Partnerschaft verkündet, nachdem sich der frühere Weltranglistenerste im August von Sean Foley getrennt hatte. Como ist der vierte Schwungtrainer in Woods' Karriere.

Mit der Rückkehr zum alten Bewegungsablauf will sich Tiger Woods künftig auch der Rückenprobleme entledigen, die ihn in den vergangenen Jahren immer wieder zurückwarfen. Allerdings hatte er seinerzeit seinen Schwungablauf verändert, um Knieprobleme zu vermeiden - offenbar steckt Woods mit seinem Körper in der Falle.

Woods fühlt sich gut

Derzeit geht es dem überragenden Spieler der letzten anderthalb Jahrzehnte jedenfalls prächtig. "Mein Körper ist großartig in Form, es fühlt sich fantastisch an", sagte der 38-Jährige.

Er fühle sich "stärker und beweglicher", so Woods: "Jetzt muss ich nur noch mehr Bälle schlagen."

Beim Turnier im Isleworth Club nahe Orlando wird Gastgeber Tiger Woods auf jeden Fall vier Runden spielen, denn am Start sind bei der von ihm organisierten Konkurrenz nur 18 Spieler. Der Sieger kassiert eine Million Dollar.

Doch das ist für Woods nebensächlich, wichtiger sind für ihn die Einnahmen, die an seine eigene Stiftung gehen.

Ausgang offen

Wo er am Ende auf dem Leaderboard landet, ist für Tiger Woods völlig offen. "Bin ich mit meinem Spiel bereit? Wahrscheinlich noch nicht so, wie es sein sollte", so der erste Milliardär der Sportgeschichte: "Es wird aber interessant sein, am Donnerstag zu sehen, wie lange es dauert, bis ich mein Gefühl zurückbekomme."

Die Golf-Welt würde sich über einen wiedererstarkten Tiger Woods jedenfalls freuen. Der Ausnahmeathlet zieht die Fans weiter in seinen Bann, auch wenn der letzte seiner 14 Grand-Slam-Erfolge bereits mehr als sechs Jahre (US Open 2008) zurückliegt.

Interessant ist vor allem die Frage, ob er es noch schafft, den Rekord von Jack Nicklaus (18 Siege) zu knacken. Doch daran dürfte der Star der Branche zumindest in dieser Woche wohl keinen Gedanken verschwenden.

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