vergrößernverkleinern

Abu Dhabi - Ein Blackout kostet Martin Kaymer in Abu Dhabi den scheinbar sicheren Sieg. Nicht nur Gary Stal zieht am Deutschen vorbei. Kieffer klettert.

Blackout in der Wüste: Deutschlands Golfstar Martin Kaymer verspielte nach einem kapitalen Einbruch auf der Schlussrunde seinen sicher geglaubten vierten Triumph bei der Abu Dhabi Championship.

Der 30-Jährige aus Mettmann hatte am Sonntag nach seinem dritten Birdie am vierten Loch gewaltige zehn Schläge Vorsprung und damit schon mehr als eineinhalb Hände am Siegerscheck über 379.798 Euro.

Doch plötzlich riss der Faden, Kaymer verlor Schlag um Schlag und musste sich am Ende mit dem dritten Platz und 142.652 Euro zufrieden geben.

Stal feiert ersten Sieg auf Europa-Tour

Nach einer abschließenden 75er-Runde hatte der ehemalige Weltranglistenerste Kaymer bei seinem Saisonauftakt 271 Schläge auf dem Konto und damit zwei Rückstand auf Überraschungssieger Gary Stal aus Frankreich (269).

Der 22-Jährige mit dem unorthodoxen Schwung quittierte am Sonntag eine bogeyfreie 65 und machte damit seinen ersten Sieg auf der Europa-Tour perfekt. Als der letzte Putt aus wenigen Zentimetern gefallen, kamen dem Youngster die Tränen.

Zweiter wurde nach einer Aufholjagd der Weltranglistenerste Rory McIlroy (Nordirland), der eine 66 spielte und mit 270 Schlägen noch an Kaymer vorbeizog.

Privatunterricht auf Skiern

Drei Tage lang hatte der zweimalige Major-Gewinner Martin Kaymer die Konkurrenz beinahe nach Belieben dominiert und sich vor der Schlussrunde mit teilweise traumhaftem Golf einen Vorsprung von sechs Schlägen herausgearbeitet.

Der Rheinländer hatte offenbar in der Vorbereitung alles richtig gemacht. "Die Pause hat mir gutgetan, ich habe komplett vom Golf abgeschaltet", sagte Kaymer, der sich mit Privatunterricht auf Skiern ablenkte.

"Locker und relaxed" wie nie sei er, betonte Kaymer, "und ich habe viel mit meinem Caddie Craig Connelly gelacht."

Von allen guten Golfgeistern verlassen

Dies schien sich auch am Schlusstag auf Kaymers Leistung auszuwirken. Mit drei Schlaggewinnen an den ersten vier Löchern zog er der Konkurrenz meilenweit davon, der vierte Triumph in Abu Dhabi nach 2008, 2010 und 2011 schien Formsache.

Dass das Birdie an der 4 aber sein letztes bleiben würde, hatte sicher auch nicht der größte Skeptiker geahnt.

Doch Kaymer schien plötzlich von allen guten Golfgeistern verlassen. Anders als an den Vortagen lernte der Ball plötzlich vermehrt das Rough und die Bunker kennen.

Triple-Bogey an der 13

Dem Bogey an der 6 nach einem ausgelippten Bunkerschlag folgte ein Doppel-Bogey an der 9.

Negativer Höhepunkt war dann das Triple-Bogey an der 13.

Unterdessen spielten sich vor allem Gary Stal und Rory McIlroy in einen Birdie-Rausch und vollendeten schließlich ihr Überholmanöver.

Kieffer macht Boden gut

Der zweite deutsche Profi, der den Cut in Abu-Dhabi schaffte, kletterte nach einer Steigerung am Wochenende auf dem Leaderboard noch ein gutes Stück nach oben.

Mit 278 Schlägen landete der Düsseldorfer Maximilian Kieffer auf dem 26. Platz und meinte: "Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Turnier zufrieden. Ich habe viel vom dem umsetzen können, was ich im Winter trainiert habe."

Ausgeschieden waren zuvor die anderen beiden deutschen Spieler. Mit jeweils 146 Schlägen verfehlten der erst 17 Jahre alte Dominic Foos (Karlsruhe) und Moritz Lampert (St. Leon-Rot) den Cut um jeweils vier Schläge.

Video
teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel