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Tiger Woods wird bei den US-Masters wieder zum Schläger greifen
Überaus unzufrieden mit seinen Leistungen: Tiger Woods. © Getty Images

München - Tiger Woods wird sich bis auf weiteres von der PGA-Tour zurückziehen, um seine verlorene Form zu suchen. Wie lange er dafür braucht, lässt der 39-Jährige allerdings offen.

Eldrick Tont Woods, Superstar, Glamour-Boy und Multi-Millionär, steht am Scheideweg seiner Karriere.

Bei dem 39-Jährigen streikt nicht nur der Körper, auch mental ist der 14-malige Major-Gewinner derzeit nicht in der Lage, sein bestes Golf zu spielen. Die selbstverordnete Auszeit kommt nicht unerwartet, lässt aber die Frage, ob Tiger Woods jemals wieder zu alter Größe zurückfinden kann, lauter denn je werden.

"Ergebnisse nicht akzeptabel"

"Ich muss jetzt eine Menge an meinem Spiel arbeiten und Zeit mit den Leuten verbringen, die mir wichtig sind", sagte Woods: "Mein Spiel und meine Ergebnisse sind derzeit nicht akzeptabel für Turnier-Golf. Ich will auf höchstem Level spielen, und wenn ich mich dafür bereit sehe, werde ich zurückkehren."

Mag sein, dass diese Worte dramatischer klingen, als sie wirklich gemeint sind - zumal Woods selbst mit einem Start beim Ende Februar beginnenden Honda Classic in Palm Beach Gardens/Florida liebäugelt. Doch er selbst schränkte bereits ein, dass er dort nicht spielen werde, "wenn ich nicht konkurrenzfähig bin".

Konkurrenzfähig ist Woods allerdings schon länger nicht mehr, schon gar nicht gemessen an seinen eigenen hohen Ansprüchen. Letzter Turniersieg? August 2013. Letzter Major-Titel? US Open 2008. Erstmals seit 18 Jahren wird er seit dieser Woche nicht unter den besten 62 der Weltrangliste geführt. Bei der Phoenix Open in Scottsdale scheiterte er Ende Januar mit einer historisch schlechten 82er Runde am Cut, eine Woche später gab er in San Diego nach elf Löchern mit Rückenschmerzen auf.

Kein Trainer, kein Psychologe kann helfen

Die New York Times nennt Tiger Woods' Leben eine "Seifenoper" - in der die sportliche Krise längst nur ein Kapitel von vielen ist. Vielleicht würde ein Sport-Psychologe helfen, vielleicht ein Schwung-Trainer, vielleicht ein Rückenspezialist - oder gleich alle drei. Aber keiner von ihnen könnte die Zeit zurückdrehen.

Tiger Woods ist eben nicht mehr der Superstar seines Sportes, den er mit seinen Erfolgen revolutionierte, den er dominierte, der ihn reich und berühmt machte. Nach seinem Sex-Skandal, der Scheidung von Elin Nordegren und spätestens mit der Beziehung zu Ski-Superstar Lindsey Vonn ist Woods vor allem nur noch eins - berühmt. Wo ein ausgeschlagener Zahn mehr Schlagzeilen macht als ein ausgezeichneter Schlag.

Früher hieß es von Schwergewichts-Boxern "they never come back" - sie kehren nicht zurück (auf den Thron). Einige wenige bewiesen das Gegenteil. Natürlich Muhammad Ali. Tiger Woods ist, gemessen an seinen sportlichen Erfolgen und seiner gesellschaftlichen Bedeutung, Alis Erbe.

Nach seiner ersten großen Krise, die vor allem eine persönliche war, eroberte Woods 2013 noch einmal die Spitze der Weltrangliste. Davon ist er im Februar 2015 weiter entfernt als je zuvor.

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