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World Golf Championships-Bridgestone Invitational - Andrew Johnston Portrait
Andrew Johnston und seine zweite Leidenschaft nach dem Golfsport © Getty Images

Rauschebart, imposanter Bauch und der ungewöhnliche Spitzname "Beef". Golf-Außenseiter Andrew Johnston mischt The Open mit Charakter und großartigen Leistungen auf.

Die Fußball-EM hatte ihre Isländer und Waliser, Wimbledon schloss Nobody Marcus Willis ins Herz. Nun schlug beim ältesten Golf-Turnier der Welt die große Stunde von Andrew "Beef" Johnston.

Der Engländer, dessen beste Platzierung bei einem Major-Turnier bislang Rang 54 war, schwang sich in den vier Tagen zum Publikumsliebling des Turniers auf – und schaffte es noch vor Größen wie Dustin Johnson, Lee Westwood oder Jordan Spieth auf Rang acht im Gesamtklassement.

Dabei wirkt der 27-Jährige zunächst eher wie ein Holzfäller als ein Golfer: Seit inzwischen einem Jahr lässt er sich einen fulminanten Bart wachsen. Sehr zum Ärger seiner Freundin. "Am Anfang sagte sie: 'Ich liebe es', Irgendwann änderte sie ihre Meinung: 'Schau dir das an. Es wird ein bisschen lang'", so Johnston. Seine Reaktion? "Oh, na jetzt ist es zu spät."

Aus Beleidigung wird Spitzname

Auch mit seinen knapp 100 Kilogramm auf 1,75 Meter Körpergröße fällt er auf der Tour aus dem Rahmen.

Seinen ungewöhnlichen Spitznamen hat Johnston ebenfalls seinem markanten Äußeren zu verdanken. "Schau dir deinen Kopf an. Der sieht aus wie ein riesiges Stück Fleisch", hatte ihm einst ein Kindheitsfreund bei einer gemeinsamen Golfrunde zugerufen.

Der Spitzname blieb hängen. Im schottischen Troon hallten "Beef"-Rufe über den Kurs, wenn Johnston seine Runden spielte. Am Samstag vergoss seine Mutter Tränen der Freude, als ihr Sohn am 13. Loch zum Birdie einlochte und so seinem größten sportlichen Erfolg einen weiteren Schritt näher kam.

2013 noch kurz vor dem Aus

Dabei stand Johnstons Karriere noch vor drei Jahren vor dem Aus: Wegen einer Schulterverletzung erspielte er auf der European Tour 2013 im ganzen Jahr nur 880 Euro Preisgeld. "Ich habe mich gefragt, wie ich mir die Weihnachtsgeschenke leisten soll", erinnert er sich.  

Diese Sorgen dürfte er dieses Jahr nicht haben: Für seine Platzierung bei den British Open kassiert er 170 000 Pfund (umgerechnet 203 000 Euro).

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