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Andy Schmid und Pascal Hens (r.) duellieren sich wahrscheinlich vor Rekordkulisse
Andy Schmid und Pascal Hens (r.) duellieren sich wahrscheinlich vor Rekordkulisse © Getty Images

Der Tag des Handballs elektrisiert. Vor Rekordkulisse kämpfen die Rhein-Neckar Löwen und der HSV Hamburg um Bundesliga-Punkte.

Von Adrian Geiler

Nach dem Promi-Match ist vor dem Rekordversuch.

Das ist das Motto des Tag des Handballs (ab 16.30 LIVE im TV auf SPORT1 und im GRATIS-LIVESTREAM).

Wenn das "Team Kretzsche" und das "Team Buschi" sich ihren "epischen" (SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar) Fight geliefert haben, konzentriert sich alles auf die Partie der DKB HBL zwischen den Rhein-Neckar Löwen und dem HSV Hamburg .

Und die Zuschauer, die in Frankfurt zu Gast sein werden, erleben aller Voraussicht nach Geschichte.

Neuer Weltrekord?

Bislang sind die 36.651 Zuschauer, die das Finale um die dänische Meisterschaft zwischen AG Kopenhagen und Bjerringbro-Silkeborg im Mai 2011 sahen, unerreicht für ein Profi-Handballspiel.

In der Commerzbank Arena, in der normalerweise Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt seine Heimspiele austrägt, sollen am Samstag (ab 18.00 Uhr LIVE auf SPORT1 und im LIVESTREAM) deutlich mehr als 40.000 Zuschauer zugegen sein.

Das wäre ein neuer Weltrekord.

"Wie ein Fußball-Profi"

"Schon das Aufwärmen wird gigantisch sein, man wird sich wie ein Fußball-Profi fühlen", freut sich HSV-Kreisläufer Henrik Toft Hansen.

Wenn in Hamburg eine Spiel ausverkauft ist, kommen 13.296 Fans - nur unwesentlich weniger sind es bei den Löwen in Mannheim.

"Wir kennen die SAP-Arena und jede andere Halle der Handball-Bundesliga in- und auswendig" sagt HSV-Urgestein Pascal Hens. "Da ist es mal etwas Schönes, in einem Fußballstadion zu spielen. Das ist sicherlich eine einzigartige Gelegenheit, die so schnell nicht wieder kommt."

Siegloser Saisonstart

Die Anspannung und die Vorfreude sind also groß.

"Es ist ein Schulterschluss der gesamten Handballfamilie und eine Chance, um neue Fans zu gewinnen", sagte der Löwen-Manager Lars Lamade: "Aber es ist für uns immer noch ein Heimspiel, bei dem wir die zwei Punkte behalten wollen."

Zwei Zähler hat der HSV auf dem Konto und gehört zu einer von drei Mannschaften, die noch ohne Sieg in der neuen Saison dasteht.

Chaos-Sommer folgt Identitätssuche

Der Nord-Verein sucht sich noch, nach einem Chaos-Sommer sondergleichen. Dem Lizenzentzug folgte die Lizenzerteilung inklusive Einspruchs und Rechtsstreit.

"Der HSV Handball ist nach wie vor eine gute Adresse", beteuert Trainer Christian Gaudin bei SPORT1, der von Geschäftsführer und Namensvetter Fitzek "alle Zeit der Welt" eingeräumt bekommt. "Man merkt, dass wir noch nicht eingespielt sind", teilt Pascal Hens mit.

Trotzdem: Gegen den Meister THW Kiel zeigten die Hansesaten erstmals Ansätze, die den Verein voranbringen können. Nach toller Aufholjagd verloren Hens und Co. beim 19:20 nur knapp.

Perfekter Saisonstart einer "Super-Truppe"

Wie der HSV, wussten auch die Rhein-Neckar Löwen vor der Saison nicht, wo sie stehen. Titelkandidat? Außenseiter? Wie gehen sie mit dem Trubel um Manager Thorsten Storm um?

Storm ist inzwischen entlassen, Lamade sein Nachfolger - und nach drei Spielen ist klar: Mit dem Team um Kapitän Uwe Gensheimer und dem neuen Coach Nicolaj Jacobsen ist wieder zu rechnen. Und das nicht nur, weil Konkurrent Kiel patzt ohne Ende.

Gegen den SC Magdeburg zum Saisonstart tat sich der Vizemeister schwer. Danach steigerten sich die Löwen und sind verdienter Tabellenführer. "Das ist eine Super-Truppe", erkennt Hens an.

Ein Super-Truppe, die der so bittere zweite Platz der vergangenen Saison antreibt, wie Gensheimer gegenüber SPORT1 bestätigte.

Tag des Handballs soll Tradition werden

Der Tag des Handballs "wird eine Super-Veranstaltung" verspricht der 27-Jährige in einer Videobotschaft.

"So ein Event braucht der Handball einfach, um positive Schlagzeilen zu schreiben", sagt HBL-Präsident Uwe Schwenker und lenkt den Fokus wieder weg vom Sportlichen - hin zur Bedeutung des für den Handball so wichtigen 6. Septembers.

Sein Amtskollege beim Deutschen Handballbund, Bernhard Bauer, will sogar, dass der "Tag des Handballs" zur Tradition wird.

Aber ersteinmal muss "die Handball-Familie diesen Tag nutzen", sagt Gensheimer, "um unseren Sport nach den vielen Negativschlagzeilen der vergangenen Monate endlich wieder in ein positiveres Licht zu rücken."

Ein Weltrekord, verbunden mit Spektakel, wäre sicherlich kein schlechter Start.

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