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Ljubomir Vranjes gewinnt 2014 die Champions League mit Flensburg

Der Flensburger Trainer knöpft sich sein Team nach der Klatsche in Kopenhagen vor. Auch Kiel-Coach Alfred Gislason ist bedient.

Hamburg - Ljubomir Vranjes schäumte vor Wut und knöpfte sich noch an Ort und Stelle seine Stars vor.

"Was wir da liefern über 60 Minuten insgesamt, ist lächerlich", schimpfte der sonst eher zurückhaltende Trainer der SG Flensburg-Handewitt nach der ernüchternden 21:35-Pleite bei KIF Kolding Kopenhagen und sprach seinem Team nach dem verpatzten Champions-League-Auftakt den "richtigen Willen" ab: "Zum ersten Mal, seitdem ich hier bin, muss ich sagen: Die Mannschaft spielte wie Clowns."

Knapp vier Monate nach dem sensationellen Triumph von Köln hängt bei den Flensburgern der Haussegen gewaltig schief.

Flensburg hat seinen Glanz verloren

Dem durchwachsenen Ligastart folgte zum Auftakt in der Königsklasse ein wahres Debakel - und so sparte auch Geschäftsführer Dierk Schmäschke nach der in Abwehr und Angriff indiskutablen Leistung nicht mit Kritik.

"Das war eine richtige Klatsche, die hat weh getan", sagte Schmäschke bei "Sky": "Bei uns stimmt eigentlich hinten und vorne nichts im Moment, und das gibt mir schon zu denken."

Tatsächlich erinnerte gegen keinesfalls übermächtige Dänen kaum noch etwas an die Gala-Auftritte der vergangenen Saison, an deren Ende die SG im Finale sogar den THW Kiel in die Schranken wies (30:28).

Doch nicht nur die Flensburger erlebten zur Saison-Premiere auf europäischem Parkett eine böse Überraschung.

Kiel verspielt Sieg leichtfertig

Auch das Starensemble des THW Kiel, das sich wie die SG das Erreichen des Finalturniers in Köln als Ziel gesetzt hat, landete unsanft auf dem Boden der Tatsachen.

Trotz einer scheinbar komfortablen 13:9-Halbzeitführung musste sich das Team von Trainer Alfred Gislason am späten Sonntagabend noch mit 25:27 geschlagen geben.

"Wir haben zu viele technische Fehler im Angriff produziert und Zagreb so zu Gegenstößen kommen lassen", sagte Gislason und verwies auf die fehlende Abstimmung in seinem Team: "Die Neuzugänge bis auf Weinhold tun sich noch sehr schwer."

THW-Stars schwächeln

In Zagreb konnten weder der kroatische Welthandballer Domagoj Duvnjak (3 Tore), noch der spanische EM-Torschützenkönig Joan Canellas (kein Treffer) dem THW-Spiel ihren Stempel aufdrücken.

Auch dem deutschen Nationalspieler Steffen Weinhold (3) gelang es nicht, das Ruder herumzureißen.

Bereits am Donnerstag bekommen die Kieler ihre Chance zur Wiedergutmachung.

Im Heimspiel gegen den spanischen Außenseiter La Rioja zählt für den Champions-League-Sieger von 2007, 2010 und 2012 nur ein Sieg, um in der unangenehmen Gruppe A nicht noch weiter ins Hintertreffen zu geraten.

Glandorf fordert Charakterstärke

Auch Flensburg muss den Schalter schleunigst umlegen. Bevor am kommenden Wochenende der schwedische Meister Alingsas HK bei den Nordlichtern gastiert, geht es bereits am Mittwoch in der DKB HBL um die nächsten Punkte gegen den HC Erlangen.

"Jetzt muss die Mannschaft Charakter beweisen: Mund abputzen und weitermachen", sagte Ex-Nationalspieler Holger Glandorf.

Der Weltmeister von 2007 weiß: Nach zwei Niederlagen aus den ersten fünf Saisonspielen dürfen sich die Flensburger auch in der Liga erst mal keinen Ausrutscher mehr erlauben.

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