vergrößernverkleinern
Isabell Klein-Kolumne-Handball-EM-Susann Müller
© SPORT1

Isabell Klein glaubt auch ohne die verletze Susann Müller an den Sieg gegen Schweden. Sie nimmt aber das Team in die Pflicht.

Hallo Handball-Fans,

der Sieg gegen Kroatien war eine Riesenbefreiung für die deutschen Handballerinnen. Zugleich gab es aber auch den großen Dämpfer. Susann Müller fällt für den Rest der EM aus.

Dass sie nicht mehr dabei ist, ist gerade für das Offensivspiel ein schwerer Schlag. Jeder weiß, dass sie im Angriff alles drauf hat und mit ihrem starken Wurf für viele Tore gut ist. Gegen Kroatien hat sie zudem gute Entscheidungen bei den Anspielen getroffen.

Gegen Schweden (ab 17.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) muss jetzt jede Spielerin noch mehr Verantwortung übernehmen. Die Köpfe hängen zu lassen, hilft auch nicht weiter.

Für Susann ist es natürlich sehr bitter. Sie war vor der EM angeschlagen und muss nach einem Spiel schon wieder passen. Ich weiß aber, dass sie nie gespielt hätte, wenn sie sich nicht bereit gefühlt hätte. Sie hat immer an das Team geglaubt und wollte der Mannschaft unbedingt helfen.

Ihre Untersuchungen vor der EM sahen auch sehr gut aus. Es ist sehr schade, dass sie ihren Mitspielerinnen nun nicht mehr helfen kann.

Gegen die Kroatinnen haben wir das Spiel aber vor allem über die Verteidigung und das Deckungsspiel gewonnen. Und da war Susann Müller nur indirekt beteiligt. Deswegen darf die Mannschaft jetzt kein Trübsal blasen, sondern muss positiv auf das letzte Gruppenspiel blicken.

Mich hat beeindruckt, dass das gesamte Team in hitziger Atmosphäre kühlen Kopf bewahrt hat. Der Druck, gegen den Gastgeber zu siegen, war schon enorm.

Daran muss sich das Team aufrichten. Gerade im Vergleich zum ersten Spiel hat mir die Körpersprache gegen Kroatien beim kompletten Team besser gefallen. Die Spielerinnen müssen trotz des Dämpfers genau daran anknüpfen.

Daher wird es spannend zu sehen sein, wie die Mannschaft den Ausfall gegen Schweden kompensieren kann. Bei der EM gab es schon mehrere Ergebnisse, die überrascht haben.

Wenn wir unsere Deckung weiter stärken können und uns clever auf den Gegner einstellen, haben wir auf jeden Fall gute Chancen. Die Schweden selbst haben hohe Ambitionen und wollen unbedingt unter die Top Vier. Man konnte aber erkennen, dass auch sie ihre Probleme haben.

Wenn der Traum vom Halbfinale aber aufrecht erhalten werden soll, müssen auf jeden Fall die zwei Punkte her. Sonst wird es ganz schwierig, die Hauptrunde zu überstehen.

Wenn man mit null Punkten weiterkommt, hat man schon eine krasse Hypothek. Vor zwei Jahren hatten wir nach der Vorrunde auch nichts mitgenommen, haben in der Hauptrunde kein Spiel verloren und sind trotzdem ausgeschieden. Wenn das deutsche Team bei der EM noch ganz weit kommen will, ist ein Sieg gegen Schweden Pflicht.

Bis zum nächsten Mal,

Eure Isabell Klein

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel