vergrößernverkleinern
Saskia Lang und Deutschland besiegen die Slowakei
Saskia Lang und Deutschland besiegen die Slowakei © getty

Zum EM-Abschied gegen die Slowakei klappt es für die Deutschen doch noch mit einem Erfolg in der Hauptrunde.

Zagreb - Ein Sieg und viele offene Fragen: Die deutschen Handballerinnen haben sich mit einem 36:22 (17:10) gegen die Slowakei von der Europameisterschaft in Ungarn und Kroatien verabschiedet.

Damit ist Deutschland bei der Auslosung der WM-Play-offs 2015 im günstigeren Lostopf 1, der die vermeintlich leichteren Gegner garantiert.

Beste Spielerin gegen die Slowakei in Zagreb war erneut Torhüterin Katja Schülke vom HC Leipzig. Erfolgreichste Werferinnen waren ihre Vereinskollegin Saskia Lang und Rechtsaußen Svenja Huber (Thüringer HC) mit jeweils sechs Treffern (DATENCENTER: Die Frauen-EM).

Überschattet wurde die Partie von der möglicherweise schweren Knieverletzung von Saskia Lang, die fünf Minuten vor dem Ende nach einem üblen Foul von der Platte getragen wurde.

EM verläuft enttäuschend

Unter dem Strich bleibt trotz des versöhnlichen EM-Abschlusses die große Enttäuschung darüber, dass die Mannschaft von Bundestrainer Heine Jensen das angestrebte Halbfinale bereits frühzeitig deutlich verpasst hatte.

Zu wechselhaft waren die Leistungen vor allem in der Gruppenphase, als die Begegnungen gegen die Niederlande und Schweden nach desolatem Spiel verloren gingen.

Bereits mit der Niederlage gegen Titelverteidiger Montenegro zum Auftakt der Hauptrunde war die erträumte Medaille außer Reichweite.

Fragwürdige Personalentscheidungen

Das Trainerteam mit Jensen und seinem Assistenten Maik Nowak überraschte außerdem mit einigen fragwürdigen Personalentscheidungen.

Shenia Minevskaja von der TuS Metzingen, die Topscorerin der Bundesliga und beste deutsche Spielerin im linken Rückraum, rieb sich nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Susann Müller im rechten Rückraum auf und bekam zudem nur wenig Spielanteile.

Das galt auch für Kim Naidzinavicius von Bayer Leverkusen, die ungeachtet ihrer Spielgestalter-Fähigkeiten und ihrer Torgefährlichkeit überwiegend in der Abwehr zum Einsatz kam.

Wenige Lichtblicke

Anstatt eine weitere Linkshänderin oder nach dem freiwilligen EM-Verzicht von Natalie Augsburg eine Linksaußen nachzunominieren, holte Jensen nicht weniger als sechs Spielerinnen für die rechte Rückraum-Position in seinen Kader, darunter die seit einem Jahr ihrer Form nachlaufende Laura Steinbach von den Berliner Füchsen.

Lichtblicke in einer deutschen Mannschaft waren vor allem die überragende Torhüterin Katja Schülke sowie Linkshänderin Svenja Huber auf Rechtsaußen und Angie Geschke (VfL Oldenburg), die sich als "gelernte" Rückraumspielerin recht ordentlich auf Linksaußen durchschlug und beim 24:24 gegen Frankreich neun Tore erzielte.

Überzeugen konnte auch Luisa Schulze (HC Leipzig), die am Kreis den Platz der völlig indisponierten Anja Althaus einnahm.

Gemischte Perspektive

Auf dem Weg zur angestrebten Olympia-Teilnahme 2016 in Rio dürfte es für die deutsche Mannschaft in der Form der EM einigermaßen eng werden. Für die WM 2017 im eigenen Land ist die Mannschaft als Gastgeber automatisch qualifiziert, allerdings war der EM-Kader mit einem Altersdurchschnitt von 28 Jahren beileibe kein Perspektivteam.

Bundestrainer Jensen, ausgestattet mit einem Vertrag bis Ende 2017, muss sich allerdings laut DHB-Präsident Bernhard Bauer keine Gedanken um seinen Arbeitsplatz machen.

"Wir brauchen Kontinuität und eine Linie", hatte Bauer schon während der EM gesagt. Diese Linie war bei der EM allerdings nur schwer zu erkennen.

(SHOP: Jetzt Handball-Artikel kaufen)

Deutschland - Slowakei 36:22 (17:10)

Tore für Deutschland: Lang (6), Huber (6/1), Loerper (4), Geschke (4), Schulze (4), Müller (3), Zapf (3/2), Naidzinavicius (2), Smits (1), Minevskaja (1), Nadgornaja (1), Wohlbold (1) Beste Werferin für die Slowakei: Dubajova (5). Zuschauer in Zagreb: 600

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel