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Bertrand Roine jubelt nach einem Treffer
Bertrand Roine steht mit Katar im Endspiel © Getty Images

Doha - Der WM-Gastgeber wirft nach Deutschland auch Polen aus dem Turnier - erneut gibt es fragwürdige Pfiffe. Frankreich triumphiert im Gigantenduell.

Katars Handballer haben ihren Siegeszug bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land fortgesetzt und greifen sensationell nach dem Titel.

Die Mannschaft des spanischen Weltmeistertrainers Valero Rivera besiegte im Halbfinale in Doha den EM-Sechsten Polen 31:29 (16:13) und kann damit als erstes nicht-europäisches Team im Finale am Sonntag gegen Olympiasieger Frankreich WM-Gold holen.

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Olympiasieger Frankreich besiegt im Gigantenduell Weltmeister Spanien, wirft den Titelverteidiger aus dem Turnier und zieht ins Finale © Getty Images

Der viermalige Weltmeister Frankreich bezwang in der Vorschlussrunde Titelverteidiger Spanien 26:22 (18:14).

"Ich bin heute der glücklichste Mensch auf der Welt. Es war mein Traum, ins Finale einzuziehen", sagte Rivera, der Spanien bereits vor zwei Jahren im eigenen Land zum WM-Triumph geführt hatte. Nach der Begegnung wurde der Erfolgscoach von den aufs Spielfeld stürmenden Scheichs geherzt.

Die Wand Danijel Saric

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Rafael Capote steuerte sechs Treffer zum Halbfinal-Sieg Katars gegen Polen bei © Getty Images

Beste Werfer des Asienmeisters gegen die vom deutschen Trainer Michael Biegler betreuten Polen waren Rafael Capote und Kamalaldin Mallash mit jeweils sechs Treffern.

Torhüter Danijel Saric bot zudem eine Weltklasseleistung und trieb die polnische Offensive zur Verzweiflung. Einzig Michal Jurecki (acht Tore) zeigte sich beim Vize-Weltmeister von 2007 unbeeindruckt von Saric.

Biegler war nach der Partie mächtig angefressen, wollte sich zur Schiedsrichterleistung aber nicht äußern. Seine Spieler klatschten den serbischen Unparteiischen derweil höhnisch Beifall.

Starke Anfangsphase von Polen

"Höchsten Respekt vor meiner Mannschaft. Sie hat ein tolles Turnier gespielt Wir müssen damit leben und werden nun um die Bronzemedaille kämpfen", sagte Biegler, dessen Team am Sonntag im Spiel um den dritten Rang auf die Spanier trifft.

Nach ihrem Viertelfinalerfolg gegen die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) hatte die zusammengekaufte Weltauswahl Katars gegen die favorisierten Polen zu Beginn Mühe. Das Biegler-Team lag in der Anfangsphase vor den über 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Lusail Multipurpose Hall immer mit ein, zwei Toren in Front.

Doch mit zunehmender Spieldauer übernahmen die Gastgeber immer mehr das Kommando und gingen nach 23 Minuten beim 12:11 erstmals in Führung.

Die Auswahl Katars, die nach Ägypten (2001) und Tunesien (2005) erst als dritte nicht-europäische Mannschaft ein WM-Halbfinale erreicht hatte, spielte auch nach dem Wechsel abgezockt und zog auf 19:14 (36.) davon - auch weil das polnische Torhüter-Duo einen schwachen Tag erwischt hatte. In der Schlussphase verkürzte Polen zwar noch einmal auf 22:24 (53.), doch am Ende jubelten die Gastgeber, die verdient ins Endspiel einzogen.

Frankreich entthront Titelverteidiger Spanien

Im zweiten Halbfinale wurden die Franzosen ihrer Favoritenrolle gerecht. Michaael Guigou erzielte fünf Treffer für den Europameister. Dem ehemaligen Welthandballer Nikola Karabatic gelang ein besonderes Tor.

Sein Treffer zum 6:5 (8.) war sein 1000. Tor für die französische Nationalmannschaft, die in einer über weite Strecken hochklassigen Partie mächtig aufs Tempo drückte und sich beim 12:7 (16.) erstmals deutlich absetzte.

Spanien kämpfte sich aber zurück und verkürzte (18:19/37.). Frankreich ließ sich den sechsten Einzug in ein WM-Finale trotz einer im zweiten Durchgang schwachen Angriffsleistung in einer spannenden Schlussphase aber nicht mehr nehmen - auch weil der Ex-Kieler Thierry Omeyer im Tor eine ganz starke Leistung zeigte.

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