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Kassel - Der Sturz des DHB-Vizes scheitert beim Bundesrat. Bob Hanning rückt in ein neues Gremium und glaubt "nicht zwangsläufig" an Feindschaften. Bauers Comeback ist wohl passe.

Der große Machtkampf im Deutschen Handballbund (DHB) wird zu einem Sturm im Wasserglas.

"Wir sind auf einem guten Weg, alle wünschen sich eine gemeinsame Lösung zum Wohle des Handballs", sagte Generalsekretär Mark Schober nach der fünfstündigen Debatte des DHB-Bundesrats am Samstag in Kassel.

Der große Verlierer der Verbandsposse dürfte Bernhard Bauer sein: Sein angestrebtes Comeback im Präsidentenamt bei der Wahl am 26. September in Hannover ist kaum noch denkbar.

Bob Hanning gut gelaunt

Bauers großer Widersacher Bob Hanning, Vizepräsident Leistungssport, war angespannt in die Sitzung der Delegierten gegangen. Er stand im Mittelpunkt eines Antrags der vier größten Landesverbände (LV) auf Abwahl aller Vizepräsidenten. Nach dem Sitzungsmarathon wirkte Hanning dann locker und bestens gelaunt.

Konstruktiv sei die Diskussion gewesen, ergebnisorientiert und zielgerichtet: "Unterschiedliche Auffassungen müssen ja nicht zwangsläufig zu Feindschaften führen."

Hanning hat durchaus Grund zu guter Laune. Er gehört der siebenköpfigen Arbeitsgruppe an, die noch in dieser Woche erstmals zusammentreten und zeitnah den gemeinsamen Weg in Richtung Bundestag erarbeiten soll. Auch Hans Artschwager sitzt in diesem Kreis. Der Präsident des LV Württemberg gilt als Initiator des besagten Antrags, der Hanning stürzen und Bauer den Weg ebnen sollte.

Zwar bleibt dieser Antrag zunächst bestehen, allerdings nur deshalb, weil Artschwager in der Sitzung am Samstag darum gebeten haben soll, Bauer in einem persönlichen Gespräch mitteilen zu dürfen, dass die Aktion vermutlich gescheitert ist.

Die Besetzung des Arbeitskreises lässt auch keinen anderen Schluss zu. Neben Hanning gehören die beiden Liga-Präsidenten Uwe Schwenker (HBL/Männer) und Berndt Dugall (HBF/Frauen) dazu, beide haben sich am Samstag zum wiederholten Mal klar für Hanning und gegen Bauer positioniert. Außerdem sitzen darin Georg Clarke, DHB-Vizepräsident Jugend, Schule und Bildung, sowie die LV-Präsidenten Artschwager, Gerd Tschochohei (Bayern) und Steffen Müller (Sachsen-Anhalt).

"Wir werden nach einer einvernehmlichen Lösung suchen und einen gemeinsamen Präsidentschafts-Kandidaten für den Bundestag am 26. September präsentieren", sagte HBL-Boss Uwe Schwenker, ebenfalls sichtbar guter Laune.

Michelmann als Präsidentschafts-Kandidat

Dieser Kandidat dürfte Andreas Michelmann sein, amtierender DHB-Vizepräsident Amateur- und Breitensport, den eine Findungskommission Anfang Juli ausgewählt hatte. Eine Kampfabstimmung zwischen Michelmann und Bauer ist nach dem Samstag in Kassel nicht mehr vorstellbar.

Bernhard Bauer war im März zu dem Zeitpunkt überraschend von seinem Amt als DHB-Präsident zurückgetreten. Die Dauer-Kontroverse zwischen ihm und Bob Hanning war schnell als Grund für diesen Schritt ausgemacht.

Am Samstag in Kassel wurde Bauer nun von einigen Delegierten Fahnenflucht vorgeworfen, damit sei er als Präsident nicht mehr vermittelbar. Bauer hatte am Freitag vor der Sitzung in einem zwölfseitigen Schreiben an die Landesverbände seine Absicht bekräftigt, ins Amt zurückzukehren - selbstverständlich ohne Hanning.

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