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Rhein-Neckar Loewen v HSV Hamburg - DKB HBL
Heiner Brand gewann 2007 mit dem DHB-Team die Weltmeisterschaft in Deutschland © Getty Images

Offene Eskalation des Machtkampfes beim DHB: Der langjährige Bundestrainer Heiner Brand lässt kein gutes Haar an seinem ehemaligen Weggefährten Bob Hanning.

Deutschlands Handball-Ikone Heiner Brand hat in der aktuellen Kontroverse im Deutschen Handballbund schwere Geschütze gegen DHB-Vizepräsident Bob Hanning aufgefahren.

"Dass der DHB so tief gespalten ist, basiert allein auf der Person von Bob Hanning. Es war vielen bekannt, dass er eine sehr narzisstische Persönlichkeitsausprägung hat. Solche Menschen können keine vernünftige Beziehung aufbauen oder im Team arbeiten", sagte Brand der Sportbild. Bei Hanning stünden vor allem die "Eigeninszenierungen" im Vordergrund.

Kontra von Schwenker und Dugall

Dem widerspricht Berndt Dugall, Vorsitzender der Handball Bundesliga Frauen und Mitglied im DHB-Präsidium, auf das Schärfste: "Es wäre interessant, wenn jemand mal ein paar kleine Mosaiksteinchen aus dem Zusammenhang reißt, sie mit Tatsachenverdrehung vermischt und auf der Basis eine Geschichte über Heiner Brand schreibt", sagte Dugall.

"Gerade Brand ist ganz sicher die falsche Person, um auf diese unsägliche Art und Weise über jemanden zu urteilen."

Uwe Schwenker, Vorsitzender der DKB HBL, bezeichnete die Kritik seines langjährigen Weggefährten Brand an Hanning als "in dieser Art und Weise nicht unbedingt zielführend".

Schwenker sagte: "Mit diesen persönlichen Diffamierungen tut Heiner Brand sich selbst und dem Handball keinen Gefallen."

Brand: "Hanning benutzt Leute"

Hanning, in Personalunion Manager der Füchse Berlin, arbeitete einst als Assistent des damaligen Bundestrainers Brand. Inzwischen ist Brand neben Ex-Präsident Bernhard Bauer der prominenteste Gegner Hannings.

"Seine Persönlichkeit lässt darauf schließen, dass es ihm gar nicht um die Zukunft des Handballs geht, sondern um persönlichen Machtgewinn. Da bin auch ich früher leider auf ihn hereingefallen", sagte Brand und ergänzte: "Hanning braucht Leute und benutzt sie."

Dass Hanning in der Kritik steht, ist nicht neu. SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar hatte zuletzt ein "Regulativ" für den umtriebigen Berliner gefordert.

Brand setzt auf Bauer

Brand machte sich zudem für eine Rückkehr von Bauer als DHB-Präsident stark.

"Bei dieser tiefen Spaltung und fehlenden Qualität der aktuell handelnden Personen sehe ich nur Bernhard Bauer, der vorangeht, einen gemeinsamen Weg für den deutschen Handball findet und eine neue Struktur schafft", so der 63-Jährige.

Bauer sei darüber hinaus der Einzige, der international einen guten Namen habe und akzeptiert sei.

Zukunft des DHB-Präsidiums offen

Der Handballverband Württemberg (HVW) hatte im Juli "stellvertretend für vier der fünf größten Landesverbände" einen Antrag auf Abwahl des gesamten DHB-Präsidiums gestellt.

Dieser ist zentrales Thema bei einer außerordentlichen Bundesratssitzung am Samstag in Kassel. Der außerordentliche Bundestag mit Präsidentenwahl findet am 26. September in Hannover statt.

Teilnehmer bei der Bundesratssitzung sind die Präsidenten der 22 Landesverbände sowie der Vertreter des Regionalverbandes West, außerdem die Präsidiumsmitglieder des DHB, die Ligen der Männer (DKB HBL) und Frauen (HBF), ein Vertreter der Jugendkommission sowie die Frauenbeauftragte des DHB.

Offiziell beschlussfähig ist der Bundesrat am 8. August nicht, weil die hierfür notwendige Einladungsfrist nicht eingehalten wurde.

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