vergrößernverkleinern
Thorsten Storm ist Geschäftsführer des THW Kiel
Thorsten Storm ist Geschäftsführer des THW KIel © Getty Images

München - Die europäischen Spitzenklubs um Kiel und Paris Saint-Germain wollen nach Medienberichten die Champions League durch eine Weltliga ersetzen. Die DKB HBL zeigt sich offen.

Revolution im Handball: Die europäischen Spitzenklubs planen den Aufbau einer Weltliga. Die internationale Serie mit 16 Topteams soll parallel zur deutschen DKB HBL ausgetragen werden. Geht es nach den Funktionären, könnte es schon 2018 losgehen.

"Es ist unser aller Ziel, den Handball populärer, unsere Sportart lukrativer zu machen. Das steht außer Frage", sagte Thorsten Storm, Geschäftsführer des deutschen Rekordmeisters THW Kiel, und bestätigte damit einen Bericht der Sport Bild: "Es ist zudem schon lange kein Geheimnis, dass wir als THW Kiel durchaus auch Vorteile einer Weltliga neben der Bundesliga sehen."

HBL und Weltliga im Wechsel geplant

Nach SID-Informationen sehen die Reformpläne eine Liga mit 16 Mannschaften vor, die in einem geschlossenen Zyklus das ganze Jahr in Hin- und Rückspielen gegeneinander antreten. Es soll feste Spieltermine im Wochen-Rhythmus geben, die sich mit der Liga abwechseln.

Unter der Woche könnten die Spiele der Weltliga stattfinden, an den Wochenenden die der HBL. Die Champions League hätte in ihrer bisher Form wohl keine Zukunft mehr. Die Funktionäre der HBL zeigen sich beim Thema Weltliga gesprächsbereit. `Wir sind offen für alle Verbesserungen am System. Wichtig ist jedoch, dass uns als HBL die Luft zum Atmen bleibt", sagte Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann der Sport Bild.

Treffen steht Anfang Oktober an

Anfang Oktober trifft sich HBL-Präsident Uwe Schwenker mit dem langjährigen Bundesliga-Manager Fynn Holpert, der die neue Weltliga vermarkten soll, um Möglichkeiten auszuloten.

Die Diskussion rund um eine Internationalisierung sei jedoch nicht neu, betont Storm: "Die ersten Pläne wurden uns auch von der Investorenseite bereits vor einiger Zeit vorgestellt. Allerdings ist es besser, Ideen und Pläne erstmal im Hintergrund reifen zu lassen. Sie sollten ausgegoren sein, ehe man sich damit an die Öffentlichkeit begibt."

Der kroatische Meister RK Zagreb will nach Informationen der Sport Bild ebenso mitmachen wie Ungarns Meister MKB Veszprem. Angesprochen wurden außerdem KS Kielce und Paris St. Germain, die Meister aus Polen und Frankreich. Neben potenziellen Geldgebern sollen in Kürze auch TV-Sender kontaktiert werden.

Katar als Schlüssel?

In Handballkreisen gilt es als offenenes Geheimnis, dass die Funktionäre bei ihrer Weltliga-Offensive vor allem den katarischen Markt mit seinen Öl-Millionen erobern wollen.

Reiner Witte, bis 2014 langjähriger HBL-Präsident, findet die Idee einer Weltliga "spannend". Sie könne "bei richtiger Umsetzung dem Handball helfen". Witte warnt aber auch: "Man muss vorsichtig sein. Eine solche Liga hat Auswirkungen auf Spielpläne und Status anderer Wettbewerbe." Wohl auch deswegen sind bisherige Vorstöße am Ende immer gescheitert.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel