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Der neue Bundestrainer der deutschen Handball-Frauen geht mit Vorfreude in die neue Aufgabe. Bei SPORT1 spricht der 54-Jährige über die aktuellen Probleme und seine Visionen.

Der neue Frauen-Bundestrainer Michael Biegler geht mit großer Vorfreude in seine kommende Aufgabe.

"Eine Weltmeisterschaft in meinem eigenen Land ist sehr reizvoll, nachdem ich eine Europameisterschaft in Polen hatte", sagte Biegler am Rande des Männer-Landerspiels zwischen Europameister Deutschland und Dänemark in Köln zu SPORT1.

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Im Blick auf die Heim-WM 2017 ist der 54-Jährige zuversichtlich, besser abzuschneiden als mit dem polnischen Männer-Team, mit dem er bei der Heim-EM zu Beginn des Jahres einen enttäuschenden siebten Platz belegte und im Anschluss seinen Rücktritt erklärte. "Ich kann Weltmeisterschaften besser als Europameisterschaften", sagte er mit einem Augenzwinkern.

Der Anruf des DHB kam für ihn überraschend.

Von Anruf überrascht

"Als der erste Anruf kam, das ist schon eine ganze Zeit her, habe ich auch gedacht, ob der, der angerufen hat, beim richtigen Adressat gelandet ist. Aber dann hat mir Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld in einem vierstündigen Gespräch klargemacht, warum er auf die Idee mit meiner Person gekommen ist. Am Anfang hatte ich gar kein Verständnis."

Im Anschluss erbat sich Biegler Bedenkzeit, um sich intensiver mit den deutschen Frauen zu befassen.

"Ich habe mir die Zeit genommen, die WM zu analysieren um mir einen Einblick zu verschaffen und dann haben wir uns sukzessive weiterentwickelt", so Biegler, den eine Mammutaufgabe erwartet. "Die Probleme sind offensichtlich. Das wissen auch alle Beteiligten.

Biegler fordert Zusammenhalt

Um diese zu bewältigen sei vor allem ein noch engerer Kontakt zu den Vereinen unumgänglich. "Wir müssen den Spielerinnen mehr Hilfe geben. Wir werden auf die Vereine zugehen, mit den Managern und Trainern spreche. Wir wollen eine klare Kooperation haben und es müssen sehr viele Leute dazu beitragen."

Sorge, dass seine fehlenden Erfahrungen im Frauen-Bereich zum Problem werden könnte, hat der ehemalige Trainer des HSV Hamburg indes nicht: "Es ist eine ganz klare und bewusste Entscheidung, auch wenn ich jetzt noch nicht so viele Berührungspunkte mit dem Frauenhandball habe. Ich habe mehr, als man glaubt", so Biegler, der beim DHB einen Vertrag bis zum 31. Dezember 2017 unterschrieb.

Schweres Debüt

In Bieglers ersten Länderspielen in der Schweiz (1. Juni, St. Gallen) und gegen Island (4./5. Juni) geht es gleich um die noch nicht gesicherte Qualifikation für die EHF EURO 2016.

"Glücklicherweise haben wir die Vorlaufzeit im April. Die Mannschaft ist stabil genug, um die Aufgabe in St. Gallen und auch zuhause erledigen zu können. Natürlich müssen wir noch punkten, um im Dezember in Schweden dabei zu sein".

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