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Rhein-Neckar Loewen v HSV Hamburg - DKB HBL
Heiner Brand ist mit der neuen Überzahl-Regel nicht einverstanden © Getty Images

Heiner Brand fordert eine schnelle Revision der neuen Überzahl-Regel. Man habe das Spiel auf ungewollte Weise verändert. Auch Rolf Brack macht die Entwicklung Sorgen.

Heiner Brand hat eine Revision der neuen Überzahl-Regel im Handball gefordert.

"Das ist nicht das Spiel, das wir gewollt haben", erklärte Brand bei Handball inside.

Handball sei ein Spiel sechs gegen sechs, es dürfe nicht immer nur in Überzahl gespielt werden. "Ein Problem ist, dass eine Zeitstrafe gar keine richtige Bestrafung mehr ist. Ich meine, dass wir schnell auf diese Entwicklung reagieren müssen", sagte das Kommissionsmitglied des Weltverbandes IHF.

Vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, bei denen die deutsche Nationalmannschaft die Bronze-Medaille gewann, hatte es eine signifikante Regel-Änderung gegeben. Anders als bisher kann ein Team nun den Torhüter bei eigenem Angriff gegen einen Feldspieler auswechseln, ohne diesen besonders kennzeichnen zu müssen.

"Handball wird zum Schachspiel"

Bisher musste der eingewechselte Spieler ein Trikot überziehen und nur dieser Spieler konnte auch wieder für den Schlussmann ausgewechselt werden. In Rio konnte dagegen ein beliebiger Spieler für den Keeper den Platz verlassen. Dies eröffnete neue taktische Möglichkeiten.

So schuf zum Beispiel die deutsche Mannschaft bei Olympia immer wieder Überzahl-Situationen oder griff selbst in Unterzahl mit sechs Mann an. 

Dr. Rolf Brack, der als Erfinder des Spiels sieben gegen sechs gilt, schlug sich auf Brands Seite: "Handball wird zu einem Schachspiel, es erstarrt in der Schablone, wenn man dieses 7 gegen 6 clever ausspielt." Die neue Regel würde "klar zulasten der Kreativität und Attraktivität gehen."

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