vergrößernverkleinern
Grafik-Paris St. Germain Handball-Nikola Karabatic-Noka Serdarusic-Kim Andersson
Nikola Karabatic, Noka Serdarusic und Kim Andersson (v.l.) feierten mit dem THW Kiel gemeinsam drei deutsche Meisterschaften © SPORT1/Getty Images

München - Die katarischen Bosse der Handballer von Paris St. Germain planen im Sommer eine erneute Transferoffensive. Ehemalige Kieler Topstars sollen dabei im Fokus des Interesses stehen.

Das "katarische Projekt" Paris St. Germain ist noch lange nicht vollendet. Bislang kam der französische Hauptstadtklub über eine nationale Meisterschaft nicht hinaus, nun soll der europäische Thron erobert werden.

Und um den kontinentalen Gipfel in naher Zukunft zu erklimmen, sollen für die Saison 2015/16 weitere Spieler mit internationalem Topformat verpflichtet werden.

Deshalb lockt der katarische Boss von PSG nun offenbar Kim Andersson, die Karabatic-Brüder Nikola und Luka sowie den Kieler Ex-Trainer Noka Serdarusic nach Paris.

Mikkel Hansen-Dänemark-Handball-WM 2015 in Katar
Der Däne Mikkel Hansen war bei der Handball-WM in Katar bester Vorbereiter und wurde 2011 zum Welthandballer gekürt © Getty Images

Hansen kam schon 2012

Die Handball-Abteilung würde damit weiter von den Investitionen des Arabers Nasser Ghanim Al-Khelaifi profitieren. Bereits kurz nach der Übernahme der Sparte des Vereins 2012 wurden mit dem dänischen Superstar Mikkel Hansen und den französischen Nationalspielern Didier Dinart, Samuel Honrubia und Luc Abalo absolute Größen des Welthandballs nach Paris gelotst.

Ein Jahr später folgten Daniel Narcisse und Igor Vori der Verlockung des Geldes. Vor der laufenden Saison fanden auch Thierry Omeyer, Welthandballer von 2008, und William Accambray den Weg zu PSG.

Zahlreiche Weltmeister im Kader

Mittlerweile ist das Team eine Ansammlung von Topstars, allein fünf aktuelle Weltmeister stehen im Kader des Klubs.

Erste Sieben von Paris beim Spiel in der Champions League gegen HC Meschkow Brest:

Da es mit der französischen Meisterschaft 2013 bisher jedoch nur zu einem vorzeigbaren Titel gereicht hat, will man für die Saison 2015/16 eine neue Transferoffensive starten.

Wie französische Medien übereinstimmend berichten, soll neben der Verpflichtung Anderssons vom dänischen Verein KIF Kolding, dessen Wechsel im Jahr 2012 schon einmal scheiterte, auch eine Wiederzusammenführung der Karabatic-Brüder angestrebt werden.

Nikola Karabatic-Luka Karabatic-Frankreich-Handball-WM
Nikola (l.) und Luka Karabatic präsentieren die Trophäe nach dem Gewinn des Finals der Handball-WM gegen Gastgeber Katar © Getty Images

Wiedervereinigung der Karabatic-Brüder?

Superstar Nikola steht in Diensten des FC Barcelona. Der Kapitän der französischen Weltmeistermannschaft bestätigte gegenüber der Marca bereits ein Angebot von Paris St. Germain.

Er besitzt bei den Katalanen jedoch noch einen Vertrag bis 2017 und fügte bei der spanischen Zeitung hinzu: "Im Moment fühle ich mich in Barcelona sehr wohl".

Der Andere, Nikolas jüngerer Bruder Luka, ist derzeit beim Ligakonkurrenten Aix-en-Provence aktiv. Und wenn es nach den Verantwortlichen bei Paris geht, könnte er seinen Trainer gleich mitnehmen.

Auch an Noka Serdarusic sollen Al-Khelaifi und Klubmanager Bruno Martini interessiert sein.

Vertrauen auf Kieler Kompetenzen

Sollten die katarischen Investoren ihre finanzielle Macht ausspielen und alle Wunschakteure verpflichten können, würde ein Hauch von Kiel durch Paris wehen.

Mit Keeper Omeyer und "Air France" Narcisse sind bereits zwei Ex-THW-Spieler in den Reihen von PSG. Hinzu kommt Manager Martini, der eine Saison lang im Tor des deutschen Rekordmeisters aushalf.

Ebenso waren Nikola Karabatic und Andersson bei den Kielern aktiv. Und mit Trainer Serdarusic würden sich die Pariser eine echte Zebra-Legende angeln.

Paris St. Germain-Nasser Ghanim Al-Khelaifi-David Luis
Klub-Boss Nasser Ghanim Al-Khelaifi (l.) präsentiert im Sommer 2014 Neuzugang David Luiz © Getty Images

Der 65-jährige Kroate, der auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, prägte in Kiel von 1993 bis 2008 eine Ära, stolperte letztendlich jedoch über die Manipulationsaffäre.

Parallelen zur Fußball-Abteilung von PSG

Leiter des Projekts PSG ist Nasser Ghanim Al-Khelaifi. Der Katarer ist Chef der Investorengruppe Qatar Sports Investment und bereits seit 2011 Präsident der Fußballabteilung. Ein Jahr später weitete er seine Aktivitäten auch auf den Handball in Paris aus.

Der ehemalige Tennis-Profi gilt als großer Fan der Sportart und war auch an der Organisation der WM in seinem Heimatland im Januar beteiligt.

Seit etwa vier Jahren pumpt Qatar Sports Investment mehrere Hundert Millionen in das Vorhaben, den europäischen Spitzensport zu dominieren. Bei den Fußballern wurden neben Zlatan Ibrahimovic absolute Topstars wie David Luiz, Thiago Silva, Javier Pastore oder Edinson Cavani verpflichtet. Im Handball bahnt sich nun ein ähnlicher Schritt an.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel