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Dominik Klein vom THW Kiel in Aktion
Dominik Klein und Kiel haben eine tolle Ausgansposition fürs Rückspiel © Getty Images

München - In der Neuauflage des letztjährigen Champions-League-Finals lässt der THW Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt keine Chance. Im Rückspiel hilft Flensburg nur noch ein Wunder.

Mit einer beeindruckenden Demonstration der Stärke hat Handball-Rekordmeister THW Kiel im deutschen Champions-League-Duell vorgelegt und das Tor zum Viertelfinale ganz weit aufgestoßen.

Die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason deklassierte Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt in der Neuauflage des Endspiels von 2014 mit 30: 21 (16:9) und hat nun im Achtelfinal-Rückspiel am kommenden Sonntag (19.30 Uhr) in eigener Halle alle Trümpfe in der Hand.

Kiel beendet Negativserie

Der THW feierte zugleich seinen ersten Erfolg in Flensburg seit mehr als drei Jahren - zuletzt hatte der 19-malige Meister am 7. Dezember 2011 in der Flens-Arena gewonnen. Dementsprechend hatte auch Gislason vor der Heimstärke der SG eindringlich gewarnt.

"Wir wissen, dass es hier sehr schwierig ist. Flensburg ist gerade zu Hause gefährlich", sagte der Isländer bei Sky und forderte von seiner Mannschaft deshalb "eine gute Abwehrarbeit, schnelles Spiel nach vorne und vor allem Geduld".

Und die Gäste, die im vergangenen Jahr beim Final-Four in Köln das Endspiel überraschend verloren hatten, setzten die Vorgabe ihres Coaches von Beginn an um.

Gislason stolz

Aus einer stabilen 3:2:1-Defensive um den starken Torhüter Andreas Palicka fingen die Kieler zahlreiche Angriffe ab, kamen ihrerseits vorne zu vielen einfach Toren und setzten sich so schnell ab.

"Die Leistung stimmte, es passte Vieles. Das ist ein wahnsinniges Gefühl", sagte Kiels Kapitän Filip Jicha bei Sky, fand aber auch mahnende Worte: "Wir haben in der zweiten Halbzeit noch ein paar Chancen liegen gelassen."

Trainer Gislason zeigte sich "sehr stolz auf die Mannschaft, das war eine überragende erste Halbzeit."

Hansen muss runter

Noch kurz vor Weihnachten hatte die SG in der heimischen Arena das Bundesliga-Duell gegen den THW gewonnen (26:22), am Sonntag aber erwies sich der Vorjahresfinalist als deutlich abgeklärter und gefestigter.

Auch der frühe Feldverweis gegen Kiels Kreisläufer Rene Toft Hansen, der schon nach neun Minuten nach einem Foul an Drasko Nenadic mit Rot vom Parkett musste, sorgte für keinen Bruch im Spiel.

Im Gegenteil: Vor 6500 Zuschauern in der ausverkauften "Hölle Nord" blieben die Kieler dominant, während die SG auch in der Folge nicht zu ihrem Kombinationsspiel fand.

Glandorf wird vermisst

Flensburgs Thomas Mogensen war dementsprechend enttäuscht. "Das war ein schwarzer Tag für uns. Wir haben schlecht angefangen und viel zu einfache Fehler gemacht", sagte der Däne.

Immer wieder offenbarte Flensburg große Lücken in der Defensive und präsentierte sich in der Offensive erschreckend harmlos. Allen voran der verletzte Rückraumschütze und Weltmeister Holger Glandorf wurde als Torschütze und Eckpfeiler schmerzlich vermisst.

An der Seitenlinie versuchte Trainer Ljubomir Vranjes auf seine Mannschaft einzuwirken, stellte in der Defensive um und korrigierte lautstark - ein Effekt blieb aber aus.

SG Flensburg-Handewitt - THW Kiel 21:30 (9:16)
Tore: Eggert (5/3), Nenadic (4), Raddojevic (3), Ehlamar (2), Mogensen (2), Svan (2), Wanne (2/1), Jakbobsson (1) für Flensburg - Ekberg (7), Vujin (7/3), Klein (4), Jicha (3), Weinhold (2), Wiencek (2), Canellas (2), Palmarsson (2), Duvnjak (1) für Kiel
Zuschauer: 6300

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