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Niklas Landin vom THW Kiel
Niklas Landin glänzt in der Schlussphase mit Wahnsinns-Paraden © Imago

Kiel zieht nach einer starken Leistung im Hexenkessel von Barcelona ins Final Four der Champions League ein. Torhüter Niklas Landin rettet den THW in der Endphase.

Der THW Kiel hat zum fünften Mal in Folge das Final Four der Handball-Champions-League in Köln (28./29. Mai) erreicht und mit einer Klasseleistung die erstmalige Austragung des Turniers ohne deutsche Beteiligung verhindert.

Der deutsche Meister verlor zwar das Viertelfinalrückspiel beim Titelverteidiger FC Barcelona 30:33 (14:13), spielt aber dank des 29:24-Sieges im Hinspiel um seinen vierten Titel in der Königsklasse.

Bislang war bei allen fünf Finalturnieren in Köln, das seit 2010 fester Gastgeber ist, ein deutsches Team dabei. Kiel nimmt nun seinen dritten Titel in der Lanxess Arena nach 2010 und 2012 ins Visier.

Kühler Kopf im Hexenkessel

Am Mittwoch war die SG Flensburg-Handewitt denkbar knapp am polnischen Meister KS Vive Kielce im Viertelfinale gescheitert.

"Das war unfassbar, eine überragende Leistung. Wir haben kurz gewackelt in der zweiten Halbzeit, aber dann wieder unglaublich dagegen gehalten. Ich habe immer daran geglaubt", sagte THW-Trainer Alfred Gislason bei Sky: "Jetzt genießen wir diesen Sieg erst mal. Favoriten in Köln sind andere."

Beste Werfer der Kieler war der Serbe Marko Vujin und Matchwinner Joan Canellas mit je sechs Toren. Für Barca traf Superstar Raul Enterrios (6) am häufigsten. Die ungemein bissigen und kampfstarken Kieler hielten von Beginn an im Hexenkessel Palau Blaugrana voll dagegen und ließen Barcas Starensemble nie zur Entfaltung kommen.

Selbst als die Gastgeber unter dem Jubel der mehr als 7300 Barca-Fans in der 16. Minute erstmals in Führung gingen (7:6), konterte Kiel eiskalt. Dominik Kleins Treffer zum 9:8 in Unterzahl war nur einer von vielen Nadelstichen, die die Katalanen immer mehr an einer erfolgreichen Aufholjagd zweifeln ließen.

Canellas zieht Barca den Zahn

Auch nach der Pause lief es für die ungemein ruhig und abgeklärt agierenden Kieler zunächst nach Plan. Auch dank starker Paraden von Torwart Niklas Landin bauten sie ihre Führung auf 19:15 aus (34.), verloren danach aber vorübergehend den Faden und kassierten innerhalb von sechs Minuten fünf Treffer in Folge zum 19:20.

Doch auch diese brenzlige Phase überstand der THW, Marko Vujin mit seinem Treffer zum 22:21 beruhigte das Spiel etwas.

Aber Barcelona riskierte immer mehr und stemmte sich mit aller Macht gegen das drohende Aus.

Der Tunesier Wael Jaouz brachte die Gastgeber erstmals mit drei Toren in Führung (48., 27:24) - es war der Auftakt einer hitzigen Schlussphase mit Krimi-Charakter.

Als ausgerechnet der Spanier Joan Canellas mit seinem dritten Tor in Folge drei Minuten vor Schluss den Kieler Treffer zum 29:31 erzielte, war eine Vorentscheidung gefallen.

Auch in der Schlussphase war Landin mit starken Paraden wieder zur Stelle und sicherte letztendlich das Weiterkommen.

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