Stefan Kretzschmar blickt in seiner SPORT1-Kolumne stolz auf den Tag des Handballs und genießt den Auftritt mit Tochter Lucie.

Hallo Handball-Fans,

der Tag des Handballs ist Geschichte, und für mich war es ein Wahnsinns-Erlebnis.

In Frankfurt in dieser Arena einzulaufen, war der Hammer. Dass über 44.000 Zuschauer das sehen wollten und eine super Atmosphäre geschaffen haben - einfach toll.

Wenn man am Montag den Blätterwald durchforstet und sich die Berichterstattung in den Medien angeschaut hat, dann gab es unisono eine tolle Resonanz und positive Schlagzeilen. Ich kann mich nur freuen, das mit auf die Beine gestellt zu haben. Wir haben ein großes Handball-Fest gefeiert.

Dieses ganze Wochenende war für mich wie ein Klassentreffen, eine Zeitreise. Ich habe es genossen, die alten Recken wieder zu sehen und mit ihnen das Spielfeld zu teilen. Das war großartig.

Mein absolutes emotionales Highlight war dann natürlich, meine eigene Tochter im Team zu haben. Welcher Vater ist schon in der Lage, jemals mit dem eigenen Kind auf dem Platz zu stehen?

Deswegen war es für mich der Wahnsinn, mit ihr auf der Platte zu stehen.

Ich finde, sie hat ihre Sache super gemacht. Sie war extrem nervös. Das waren alle - nur sie eben noch einen Zacken mehr.

Am Anfang hat man das auch gesehen, aber dass sie dem Hexer (Ex-Nationaltorhüter Andreas Thiel, Anm. d. Red.) dann noch einen reinsetzt, war natürlich nicht nur für den Papa nochmal ein Highlight. Auch die Zuschauer haben sich darüber riesig gefreut.

Lucie und ich sind mit dem Auto zusammen nach Hause gefahren und haben über unsere Eindrücke geredet. Das war für mich mit Sicherheit der familiäre und emotionale Höhepunkt.

Vor unseren Handball-"Amateuren" in beiden Teams habe ich allergrößten Respekt.

Da trauen sich Leute aus anderen Sparten auf ein völlig unbekanntes Terrain. Dazu gehört eine Menge Mut - gerade vor 44.000 Menschen.

Elton hat eine ganz gute Figur gemacht, auch die Fußballer haben sich gut geschlagen. Jeder hat Gas gegeben, das Spiel ernst genommen und nicht nur rumgealbert.

Ich finde es supergeil, dass es möglich war, diese ganzen Menschen dafür zu begeistern. Sie alle haben mitgeholfen, den Tag des Handballs zu etwas Besonderem zu machen - Kritik an nicht-vorhandenem Talent wird es von mir nicht geben.

Wir hatten alle eine Riesenzeit! Dafür will ich mich bei einigen Leuten bedanken.

Als erstes bei Frank Buschmann, der in einer Sportart, mit der er eigentlich nichts zu tun hat, einen solch großen Aufwand betrieben und sich emotional und energisch engagiert hat. Das hat uns unfassbar geholfen. Bei aller Rivalität gilt ihm mein großer Dank für die Unterstützung.

Dann danke ich natürlich auch den Rhein-Neckar Löwen, dass sie den Mut hatten, so etwas zu organisieren, allen voran Theo Storm und Ute Krebs. Viele haben sie anfangs dafür belächelt, aber sie haben es durchgezogen. Das verlangt mir eine Menge Respekt ab.

Darüber hinaus danke ich auch SPORT1, die den Tag des Handballs begleitet und übertragen haben. Allen voran mein großer Dank an Anett Sattler, die schon im Vorhinein einen Wahnsinns-Job gemacht hat - für Team Kretzsche und in der Berichterstattung. Es ist unfassbar, was dort geleistet wurde.

Ich will auch den Spielern auf beiden Seiten danken, die ausnahmslos bei der ersten Einladung alle angereist sind und den Tag des Handballs für uns alle zu einem Riesen-Event gemacht haben.

Ob man das jetzt jährlich macht, müssen die HBL und der DHB - hoffentlich in Zusammenarbeit - miteinander entscheiden und vorantreiben. Der Tag des Handballs ist ein Event, und so etwas tut unserer Sportart immer gut, um eine positive Aufmerksamkeit zu erzeugen. (DATENCENTER: Die DKB HBL)

Wir sind aber natürlich ein Hallensport und gehören dort auch hin. Dort müssen wir unsere Hausaufgaben machen und den positiven Schwung jetzt nutzen, um populärer zu werden.

Man muss jetzt die nötigen Schlüsse daraus ziehen und sich weiterentwickeln. Es gibt mehrere Anlässe im Jahr, zu denen man ein Event starten kann - den Supercup, das All-Star-Game, und vielleicht ist Platz für ein drittes Event.

Ich würde mich freuen, wenn der Tag des Handballs in irgendeiner Form wiederkommt. Darüber müssen sich jetzt aber erst einmal Andere Gedanken machen. Frank Buschmann und ich sind erst einmal raus.

Nach diesem Wochenende bin ich ganz ehrlich auch leer. Diese vielen Emotionen und Eindrücke muss ich erst einmal sacken lassen.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Kretzsche

Stefan Kretzschmar, 41, ist seit 2009 als Experte und Co-Kommentator das Handball-Gesicht von SPORT1. Der neben Heiner Brand wohl bekannteste deutsche Handballer hat in 218 Länderspielen 817 Tore für den DHB erzielt, gewann unter anderem Olympia-Silber in Athen 2004. In der Bundesliga war der ehemalige Weltklasse-Linksaußen für den SC Dynamo Berlin, Blau-Weiß Spandau, den VfL Gummersbach und zuletzt den SC Magdeburg aktiv, mit dem er 2002 die Champions League gewann. Bei SPORT1.de analysiert "Kretzsche" wöchentlich in seiner Kolumne das Handball-Geschehen.

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