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Domagoj Duvnjak wechselte im Sommer vom HSV Hamburg nach Kiel

Die Gala gegen die Füchse ist der Wendepunkt des THW Kiel nach bisher mäßiger Saison. Der Hauptgrund: Domagoj Duvnjak.

Die Wertschätzung kam ein bisschen holprig daher. So knorrig, wie Alfred Gislason eben gern zu loben und scherzen beliebt.

"Im Bestreben, alle Taktiken richtig umzusetzen, hat er selbst die Abwehrlücken nicht genutzt, in die er sein Auto hätte einparken können", meinte der Trainer des THW Kiel über Domagoj Duvnjak.

Natürlich war das augenzwinkernd gemeint. Tatsächlich ist Gislason hochzufrieden mit Duvnjak.

Schließlich hatte der Kroate beim 38:27 (18:12)-Kantersieg beim DHB-Pokalsieger Füchse Berlin sein bislang bestes Spiel im THW-Trikot gezeigt.

Neun Treffer waren dabei das eine - Duvnjaks glänzende Vorstellung als Regisseur das andere.

Wendepunkt - und nun nachlegen

"Ich freue mich riesig, dass er in einem so unglaublich wichtigen Spiel so eine starke Leistung gezeigt hat", sagt Gislason bei SPORT1 über seinen Rückraummann und Dirigenten.

Gegen die TuS N-Lübbecke will der Liga-Zweite nun nachlegen.

Es wirkt, als sei die jüngste Gala der definitive Wendepunkt gewesen. Sowohl für die Kieler als auch für Welthandballer und Vizeweltmeister Duvnjak, der zur neuen Saison vom HSV Handball an die Förde gewechselt war.

Schließlich war der Abonnement-Meister zuvor eher durch die Saison gerumpelt angesichts zweier Pleiten in der DKB HBL beim TBV Lemgo und HBW Balingen.

Dazu kam der Fehlstart in der Champions League bei HC Croatia Osiguranje-Zagreb.

Duvnjak endlich angekommen

Apropos Königsklasse: Da hatten sich die Kieler selbst zwei Tage vor dem Coup über die Füchse - dem fünften Sieg in Serie - noch in Weißrussland bei Meschkow Brest zu einem 25:24-Erfolg gequält.

Nun indes scheinen die spielerischen Defizite überwunden - und auch Superstar Duvnjak (37 Tore in 13 Saisonspiele / durchschnittlich 2,8 Treffer pro Spiel) endlich angekommen im Luxuskader des THW um Aron Palmarsson, Marko Vujin, Joan Canellas und den derzeit verletzten Filip Jicha.

"Natürlich braucht jeder neue Spieler Zeit, gerade wenn er eine zentrale Figur ist", meint Gislason bei SPORT1.

Und fügt an: "Aus meiner Sicht war sein Problem bis jetzt, dass er alles für die Mannschaft machen will und sich dabei selbst sehr oft vergisst. Dazu hatte er ein bisschen Knieprobleme."

"Mein bestes Spiel für den THW"

Auch die sind nun überwunden - und Duvnjaks Schultern nach magischen Momenten gegen die Füchse offenbar von einer Riesenlast befreit.

"Das war mit Abstand mein bestes Spiel für den THW Kiel", sagt der 26-Jährige, den alle nur "Dule" nennen, bei SPORT1.

Und ergänzt: "Ich glaube, dass es in jedem Training und Spiel nun noch besser wird."

Dessen ist sich auch Gislason sicher: "Dule hat bisher eher gehemmt gespielt. Nun hat er uns richtig geholfen. Er war nicht mehr ein Fremdkörper, sondern hat so gespielt, als wäre er schon Jahre hier."

Profi-Debüt mit 16 Jahren

Viel spricht dafür, dass Duvnjak den Kielern in den nächsten Jahren tatächlich seinen Stempel aufdrücken wird.

Zur Erinnerung: Bereits mit 16 hatte der Rechtshänder für RK Dakovo in der ersten kroatischen Liga debütiert.

2009 nur drei Jahre später wechselte er nach drei Meisterschaften und drei Pokalsiegen mit RK Zagreb dann nach Deutschland in die vermeintlich stärkste Liga der Welt.

Zum HSV Handball, für die damalige Rekord-Transfersumme von 1,2 Millionen Euro.

Schwalb schwärmt noch immmer

"Wenn ich mir einen Handballprofi malen dürfte, dann sähe er so aus wie Dule", schwärmte der frühere HSV-Coach Martin Schwalb einst über den Wurf-Allrounder. "Er kann ein Spiel lesen, denkt drei Schritte voraus. Er ist eine Rakete und von seiner Art her einzigartig."

Schon in seiner ersten Saison in der DKB HBL hatte Duvnjak 110 Tore erzielt. In der Spielzeit 2012/13 folgten 155 Treffer, in der vergangenen dann 166.

Der 1,98 Meter große und 100 Kilogramm schwere Modellathlet verhalf den Hamburgern dabei auch zum Pokalsieg, zur Meisterschaft - und 2013 gar als Krönung zum Triumph in der Champions League.

Duvnjak nutzte dabei selbst Abwehrlücken, in die er sein Auto hätte nicht einparken können.

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